Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

******   Das besondere Himmelsereignis - ein astrofotografischer Rückblick     *******

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Der Merkurdurchgang am 9. Mai 2016

Der letzte von unseren Breiten aus beobachtbare Merkurdurchgang fand am 7. Mai 2003 statt.

Am 9. Mai 2016 führte nun die Umlaufbahn des Planeten Merkur die ca. 4800 km große Gesteinskugel, von uns aus gesehen, wieder direkt vor der Sonne vorbei. Dieser sogenannte Merkurtransit begann bei uns um 13:12 MESZ und endete nach Sonnenuntergang um 20:40 MESZ. Während dieses Transits war Merkur rund 68 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Der Abstand zu uns betrug 83 Millionen Kilometer. Der nächste Merkurtransit steht am 9.November 2019 auf dem himmlischen Spielplan.

Die Oberflächentemperatur des atmosphärelosen, kraterübersäten Planeten erreicht auf der sonnenzugewandten Seite an die + 430 Grad Celsius, die Nachtseitentemperatur liegt bei - 170 Grad Celsius.

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Die totale Mondfinsternis am 28. September 2015

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Sternschnuppen im August 2015

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Das Venus - Jupiter Rendezvous im Juni 2015

Seit Anfang 2015 strahlte unser innerer Nachbarplanet Venus unübersehbar am westlichen Abendhimmel. Die Bewegung der Venus und die Bewegung unseres Planeten führten dazu, dass sich Venus dem Planeten Jupiter scheinbar immer mehr annäherte. Den geringsten Abstand erreichte das Duo am 30. Juni 2015, als die beiden nur etwas mehr als ein Monddurchmesser am Himmel trennte. In Wirklichkeit befand sich Venus zu diesem Zeitpunkt 75 Millionen km und Jupiter um die 900 Millionen km von der Erde entfernt.

Das Foto zeigt die strahlende Venus und rechts darüber Jupiter, bei dem sogar einige seiner Monde zu erkennen sind.

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Die teilweise Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Am 20. März 2015 schob sich der Neumond von 9:30 bis 11:51 Uhr MEZ vor der Sonne vorbei. Während diese Sonnenfinsternis in unseren Breitengraden einen Bedeckungsgrad von rund 70% erreichte, war sie auf den Faroerinseln und auf Spitzbergen als totale Sonnenfinsternis zu bewundern. Die nächste Sonnenfinsternis mit einer ähnlich starken Bedeckung wird von Deutschland aus erst wieder im Jahr 2026 zu beobachten sein.

Bei optimalen Bedingungen war diese Sonnenfinsternis zusammen mit den großartigen Schülern und Lehrerinnen von der Grundschule in Wackersberg zu beobachten. Auf beiden Bildern schwebt der Mond vor der rechten Sonnenhälfte. Das linke Sonnenbild zeigt den Anblick im sichtbaren Licht im Teleskop. Das rechte Bild zeigt die Sonne im Licht des Wasserstoffs mit Protuberanzen am oberen, linken Sonnenrand.

 

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Komet 2014/Q2 Lovejoy

Komet 2014/Q2 Lovejoy über dem Blomberg

Dieser Komet erfreute uns Sterngucker von Dezember 2014 bis in den März 2015 hinein am Abendhimmel. Er wurde von dem australischen Amateurastronomen Terry Lovejoy entdeckt und war bereits die fünfte Kometenentdeckung des Australiers. Kurioserweise schmückte bereits um den Jahreswechsel 2013 einer von Lovejoys Kometen den Sternenhimmel. Von Süden kommend wurde der Schweifstern etwa Mitte Dezember, tief über dem Südhorizont auffindbar. Sehr gut war er ab Januar mit Ferngläsern, für manche sogar mit dem bloßen Auge, auf seiner langsamen Reise in Richtung Norden am Himmel zu verfolgen. Die Koma (Kopf) des Kometen war sehr gut zu erkennen, während der Schweif nicht sehr ausgeprägt war.

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Eine kosmische Begegnung der besonderen Art am 18. und 19. Oktober 2014

Der Komet C/2013 A1 (Siding Spring) wurde als erster Komet im Januar 2013 am Siding Spring Observatorium in Australien entdeckt und erhielt darauf dessen Namen. Doch soweit ist das nichts Ungewöhnliches. Was allerdings die Fachwelt - und nicht nur die - hellhörig werden ließ, war die Tatsache, dass sich der Komet am 19.10.2014 dem Planeten Mars bis auf 132 000 km nähern sollte. Erste Berechnungen der Kometenbahn ließen sogar eine Kollision des etwa ein Kilometer großen Kometenkerns mit dem Wüstenplaneten für möglich erscheinen. Spätere Berechnungen mit genaueren Bahndaten schlossen einen Einschlag des Kometen auf dem Mars jedoch aus.

 

Es war großes Glück, dass genau an diesen beiden Tagen der Himmel sehr klar war, so dass Aufnahmen von dem Ereignis möglich waren. Leider beeinträchtigte starke Luftunruhe am 19.10. die Bildschärfe. Zu sehen war der Komet in den Fernrohren nicht.

Komet C/2012 S1 (ISON) - ein Jahrhundertkomet, der es nicht werden konnte.

Gleich nach der Entdeckung des kleinen, sich bewegen- den, nebeligen Nichts, er- regte die Bahnberechnung dieses Objektes großes Aufsehen. Der außerhalb der Jupiterbahn entdeckte Komet kommt zum ersten Mal in Sonnennähe und vor allem der Sonne sehr nahe! Die Bahn des Kometen ISON sollte bis auf rund eine Mil- lion Kilometer an die Sonne heranführen! Diese Prog- nose machte alles möglich, auch einen Jahrhundert- kometen! Aber wie es halt so ist, die gesamte Ent- wicklung eines Kometen ist abhängig von der Größe des Kometenkerns, seinem Auf- bau, dem Gehalt an Gasen, sein Staubanteil und einiges mehr.

Gerade das macht Kometen für den Beobachter so spannend. Mit der heutigen digitalen Aufnahmetechnik er- kennt man Veränderungen in der Koma oder im Schweif sofort. Daher ist es für manchen Sternfreund auch kein Problem so gegen 3:30 Uhr das warme Bett gegen die ganze Kühle (Kälte) eines Morgens zu tauschen, schon gar nicht, wenn man den Weg eines Kometen in die Geschichtsbücher der Astronomie verfolgen kann.

In Falle des Kometen ISON wurden wir aber zu Zeugen des Gegenteils. Wie auf einer der Aufnahmen vom 18.November 2013 (Bild rechts unten), zeigten sich bereits 10 Tage vor der engsten Annäherung an die Sonne Anzeichen für ein Auseinanderbrechen des Kometenkerns.

Die Beobachtung des Kometen während der entscheidenden Phase war wegen des geringen Sonnenabstandes nur noch im Internet, Dank des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO möglich. Dort war auch zu beobachten, wie die Helligkeit der Kometenkoma am frühen Morgen des 28. 11. stark zunahm, um kurz danach wieder abzufallen. Komet C/2012 S1 (ISON) konnte den Belastungen durch die Gezeitenkräfte und Hitze der Sonne nicht standhalten. An der Sonne zog eine ausgasende Trümmer- und Staubwolke vorbei, die sich nach der Sonnenpassage noch einmal komprimiert darstellte, aber im Laufe von drei Tagen sich immer mehr auflöste. Komet ISON war Geschichte, für den Kometenfreund zwar irgendwie traurig, aber für die Wissenschaft höchst interessant!

Ein Jahrhundertkomet kommt bestimmt, es ist nur eine Frage der Zeit!

C/2011 L4 PANSTARRS - der Frühjahrskomet 2013

Komet PANSTARRS wurde bereits 2011 entdeckt, seine größte Annäherung an die Sonne erfolgte aber erst im März 2013 mit einem Abstand von 30 Millionen km. Zur Zeit seiner größten Helligkeit in der zweiten Märzhälfte 2013 war der Komet unter dunklem Himmel mit bloßem Auge zu erkennen, nur verhinderten leider lange Schlechtwetterperioden ein ausgiebiges Beobachten und Fotografieren des Kometen. C/2011 L4 PANSTARRS ist jetzt auf dem Weg in das äußere Sonnensystem und wird erst in vielen tausenden von Jahren wieder in Erdnähe zurückkehren.

Asteroid 2012 DA 14 und der Meteoritenfall am 15.02.2013

"Ich habe heute leider kein Foto für dich", Sie kennen vielleicht diesen Spruch aus einer TV Casting-Show. Leider gilt das auch für den Vorbeiflug des etwa 50m großen Asteroiden 2012 DA 14 am 15.2.2013. Während der kosmische Felsbrocken in nur rund 30000 km Entfernung mit 8 km/sec an der Erde vorbeizog, gab es bei uns hier im Isarwinkel nur leichten Schneefall zu bestaunen. 2012 DA 14 wäre zwar nicht mit dem bloßen Auge zu sehen gewesen, aber ein ganz normales Fernglas hätte schon gereicht um seine Bewegung vor den Sternen des großen Wagens zu erkennen!

 

Neben dieser bisher engsten, bekannten Annäherung eines Asteroiden an unsere Erde ist der 15.2.2013 auch das Datum eines Meteoritenfalls mit den meisten Verletzten seit Menschengedenken.

 

Gegen 9:15 Uhr Ortszeit explodierte über der im russischen Ural gelegenen Millionenstadt Tscheljabinsk ein Meteorit von schätzungsweise 15 Metern Durchmesser. Durch die dabei entstehende Druckwelle zersplitterten tausende Fensterscheiben, was hauptsächlich die Ursache für die ca 1200 Verletzten bei diesem seltenen Ereignis war. Gott sei Dank waren keine Todesfälle zu beklagen.

 

Der Meteoritenfall stand in keinem Zusammenhang mit dem Asteroiden 2012 DA 14, da sich beide Himmelskörper auf grundverschiedenen Bahnen bewegten.

Der Venustransit am 6. Juni 2012

Nach dem Venusdurchgang vor der Sonne am 8. Juni 2004, war der Transit am 6. Juni 2012 ein wirkliches Jahrhundertereignis. Der nächste Venustransit wird erst wieder am 11. Dezember 2117 zu beobachten sein. In Deutschland muß man sogar bis zum 8. Dezember 2125 warten, um bei der "Planetariumsvorführung" im Maßstab 1:1 die Bewegung des Planeten Venus vor der Sonne verfolgen zu können! Die drei Aufnahmen zeigen den Lauf der Venus von links nach rechts vor der Sonne in der Zeit von 6:20 bis 6:32 Uhr MESZ. Die fast erdgroße Venus war von uns zu der Zeit 43 Millionen km entfernt, während die Entfernung zur Sonne 150 Millionen km beträgt.

Supernova, Galaxien und der Planet Mars

Schon wieder kam es in einer relativ nahen Galaxie zu einer Sternexplosion. Am 16. März 2012 entdeckten italienische Astronomen eine Supernova in der etwa 38 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 95, im Sternbild Löwe. Das mit einem 300mm Teleobjektiv aufgenommene Foto zeigt mehrere Galaxien, von denen die meisten ungefähr die gleiche Entfernung wie M95 haben. Die Supernova ist mit dem Pfeil gekennzeichnet. Das eingesetze Foto zeigt eine teleskopische Detailaufnahme der Galaxie M95 mit der Supernova 2012aw. Der gleißende "Stern" ist der Planet Mars, der zu der Zeit in der Nähe der Galaxie stand, Entfernung gerade einmal 5,5 Lichtminuten.

Der nahe Vorbeiflug des Asteroiden 2005 YU 55

Aufnahmen vom 9.11.2011 im Abstand von 30 Sekunden zeigen die schnelle Bewegung des Asteroiden

In der Nacht vom 8. auf den 9. November 2011 näherte sich der erst im Jahr 2005 entdeckte Asteroid YU55 unserem Planeten bis auf 320 000 Kilometer, das entspricht nur 80% der Mondentfernung. Der Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von ca. 400 Metern schoß an uns mit einer Geschwindigkeit von rund 150 000 Stundenkilometern vorbei. In kosmischen Maßstäben ein echter Streif- und auch Warnschuß! Seit 1976 ist kein anderes Objekt in dieser Größe bekannt, das der Erde so nahe kam. Erst für das Jahr 2028 ist eine noch engere Begegnung mit nur 60% der Mondentfernung für ein Objekt dieser Größenklasse vorausberechnet. Der Himmel wird natürlich auch weiterhin nach solchen für die Erde eventuell gefährlichen Objekte abgesucht, um nicht doch plötzlich von einem Asteroiden- oder Kometeneinschlag überrascht zu werden.

Sternexplosion in der Galaxie M 101

Am 24.8.2011 wurde durch ein professionelles Supernova-Suchprogramm auf dem Mount Palomar in Kalifornien eine Supernova in der 22 Mill. Lichtjahre entfernten Galaxie M101 entdeckt. Die Analyse des Lichtes dieses "neuen" Sterns ergab, dass es sich bei diesem Sternentod nicht um einen massereichen Stern handelte, sondern um eine Sonne in einem engen Doppelsternsystem. Dazu kommt es, wenn durch die Schwerkraft eines Weißen Zwergsterns Gas vom Begleitstern abgesaugt wird und dadurch eine kritische Massegrenze des Weißen Zwerges überschritten wird. Die Sternexplosion zerfetzt den Stern gänzlich und führt zu einer Leuchtintensität die selbst über Milliarden von Lichtjahren in den heutigen Großteleskopen zu analysieren ist.

Auch in unserer Galaxie kommt es zu Supernovae. Die letzte liegt allerdings schon über 400 Jahre zurück und wurde auch von dem großen deutschen Astronomen Johannes Kepler beobachtet. Eine Supernova in dem für uns sichtbaren Teil unserer Galaxis wäre sogar am Tageshimmel sichtbar! Seien wir also gespannt, denn es ist bereits passiert, nur hat uns das Licht dieser kosmischen Katastrophe noch nicht erreicht.

Totale Mondfinsternis am 15. Juni 2011

Bereits bei Aufgang gegen 21:30 Uhr stand der Vollmond ganz im Erdschatten. Da seine Umlaufbahn mittig durch den Erdschatten führte, gab es eine sehr starke Verfinsterung zu beobachten. Lediglich in der Erdatmosphäre gebrochenes Licht erhellt die Oberfläche in einem rötlichen Licht. Durch den bei Mondaufgang noch relativ hellen Dämmerungshimmel, war es gar nicht einfach den Erdtrabanten sofort zu finden. Zudem war er in den Kamerasuchern fast gar nicht zu sehen. Das Foto zeigt den total verfinsterten Mond um 22:00 Uhr neben dem Geierstein. Auf diesem Bild  ist die Erdschattenmitte auf der linken Mondseite zu erkennen.

Um 22:36 Uhr war der Himmel deutlich dunkler und der rote Vollmond besser zu erkennen. Auch hellere Sterne sind auf dem Foto abgebildet. In den zur oberen Aufnahme verstrichenen 36 Minuten bewegte sich der Mond auf seiner Umlaufbahn weiter nach links, d.h. weiter nach Osten. Die Erdschattenmitte liegt jetzt schon auf der rechten Mondhälfe. Die Helligkeit des Mondes auf dem Foto soll nicht darüber hinwegtäuschen wie stark dieser verfinsterte Vollmond gegenüber dem normalen Vollmond abgedunkelt wurde. Für diese Aufnahme war eine Belichtungszeit von drei Sekunden nötig. Für eine Aufnahme des normalen Vollmondes würde bei gleichen Aufnahmeeinstellungen eine Belichtungszeit von 1/1000 Sekunde vollkommen ausreichen! Wenige Minuten nach dieser Aufnahme fiel der himmlische Wolkenvorhang und das Schauspiel war zu Ende. Als Zugabe gab es noch einen heftigen Regenschauer.

Sternexplosion in der Galaxie M 51

Das Foto zeigt die 31 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie in der Anfang Juni 2011 ein "neuer" Stern aufleuchtete. Alle anderen Sterne auf diesem Bild gehören zu unserer Galaxis an denen wir vorbei in den intergalaktischen Raum schauen. Auf diesem Foto sind keine anderen Einzelsterne der Galaxie M 51 zu sehen, sondern nur deren Lichtschimmer in Form der Spiralgalaxie. Eine sogenannte Supernova leuchtet auf wenn ein Stern mit mehr als 1,4 Sonnenmassen am Ende seiner Existenz durch einen Schwerkraftkollaps in sich zusammenstürzt und explodiert. Die extremen Vorgänge lassen  Sterne so stark aufleuchten, dass Supernovae sogar über Milliarden von Lichtjahren zu beobachten sind.