Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Ende der Vorstellung

Die schmale Venussichel kurz vor dem Untergang am 16.3.2017

Es war eine prächtige Vorstellung, die unserer Nachbarplanet Venus seit dem letzten Herbst als Abendstern geliefert hat. Strahlend hell stand Venus in der Advents- und Weihnachtszeit sowie beim Jahreswechsel am abendlichen Westhimmel. Das Schauspiel ist nun vorbei. Die Umlaufbahn führt den Planeten nun von uns aus gesehen über der Sonne hinweg, auf die "andere Seite". Daher wird sie bis etwa Anfang April mit dem bloßen Auge nicht mehr zu sehen sein. Danach ist sie aber am Morgenhimmel, kurz vor Sonnenaufgang, wieder zu erspähen. Ihre größte Helligkeit erreicht sie Ende April, als strahlender "Morgenstern".

Wenn das Wetter mitspielt, können Sie die sehr dünne Sichel der Venus beim Astronomietag im Fernrohr am Tageshimmel bewundern!

Diese beiden Aufnahmen zeigen den Planeten Venus im Teleskop. Venus wird z.Z. noch von rechts von der Sonne beleuchtet und weil der Planet innerhalb der Erdbahn die Sonne umkreist, ergibt sich die im Fernrohr zu beobachtende Phasengestalt.

Oberflächendetail ist auf der Venus nicht zu beobachten, da der Planet in einer dichten Wolkenhülle eingehüllt ist. Die Kartografie der Venus wurde durch Radarmessungen erstellt.

So friedlich Venus auch vom Abend-himmel strahlt, um so höllischer sind die Gegenheiten auf der rund 12100 Kilometer im Durchmesser messenden Gesteinskugel. Eine Oberflächentemperatur von bis zu 500 Grad Celsius und ein Atmosphärendruck der dem 92-fachen der Erdatmosphäre entspricht, machen den Nachbarplaneten als Reiseziel für den Menschen eher uninteressant.

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Planetarischer Schichtwechsel am Abendhimmel

Venus hat ihre "Schicht" als Abendstern nun beendet, aber sie hat einen würdigen Nachfolger als "Star" des Abendhimmels. Kein geringerer als der Riesenplanet Jupiter leuchtet von nun an unübersehbar als hellster "Stern" über dem östlichen Horizont. Jupiter ist immer einen Blick mit dem Fernglas, Spektiv oder Teleskop wert und das dachte sich sicher auch Galileo Galilei, als er im Jahre 1610 die vier "Galileischen" Monde entdeckte. Sie können das auch, probieren Sie es doch mal!

Jupiter wird heuer seine Erdnähe am 7. April, mit einem Abstand von rund 668 Millionen km, erreichen. Die Laufzeit des reflektierten Sonnenlichts vom Planeten bis zu uns beträgt dann 35 Minuten. Das ist nur ein Katzensprung im Vergleich zu der Entfernung des hellen Sterns Spica, den wir unterhalb des Jupiters finden. Die hellste Sonne im Sternbild Jungfrau befindet sich nämlich rund 260 Lichtjahre im Hintergrund !

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 19.Februar 2017

Das vorhergehende Foto unserer Sonne stammte vom 19.7.2016 und zeigte unser Zentralgestirn noch mit Sonnenflecken (siehe Detailaufnahme weiter unten). Seit dieser Zeit ist die Sonnenaktivität deutlich rückgängig, was auch zu der Vorhersage gemäß dem Sonnenfleckenzyklus passt. Demnach werden Fleckengruppen in den nächsten drei bis vier Jahren seltener zu sehen sein. Aber vor Überraschungen ist man bei der Sonne nie gefeit! Von daher bleibe ich auf jeden Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, "am Ball" um Ihnen diese hier zu zeigen.

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 6000 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

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Detailaufnahme der Sonnenfleckengruppe am 19.Juli 2016

Über 168 000 Kilometer erstreckte sich diese Sonnenfleckengruppe am 19.Juli 2016

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.