Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Ein Fuhrmann über uns

Drehen Sie sich zur Zeit zwischen 19 und 20 Uhr nach Westen und schauen Sie dann senkrecht nach oben, dann  stoßen Sie direkt auf das Sternbild des Fuhrmann, lateinisch Auriga genannt. Mit dem bloßen Auge erkennen Sie  sofort das von hellen Sternen gebildete Fünfeck. Der hellste davon ist der Stern Capella in rund 42 Lichtjahren Entfernung. Welche Unzahl von Sternen dem Auge verborgen bleiben, sieht man auf der fünf Minuten belichteten Aufnahme mit einem 50mm Objektiv.

Der Fuhrmann ist auch ein lohnendes Ziel für genauere Betrachtung mit einem Fernglas, die Ihnen einige hübsche Sternhaufen in mehreren tausend Lichtjahren Entfernung zeigen wird.

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Sternenpracht hoch am südwestlichen Abendhimmel.

Der Sternenhimmel an Winterabenden ist der beeindruckendste des ganzen Jahres. Auch im März sind seine imposanten und markanten Sternbilder noch gut am südwestlichen Abendhimmel zu beobachten.

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Das "Star"bild am Winterhimmel - der Orion

Jetzt  steht er abends hoch über dem südwestlichen Horizont, der Star unter den Sternbildern: Orion.

Das Sternbild Orion ist wohl das imposanteste am gesamten irdischen Himmel. Man kann sich aufgrund der hellen Sterne gut die Figur des Jägers aus der griechischen Mythologie vorstellen.

Beteigeuze ist der hellste Stern des Orion und bildet dessen östliche Schulter. Diese Sonne ist ein sogenannter Roter Überriese, ein Stern mit etwa 10 000-facher Sonnenleuchtkraft und etwa 600-fachen Sonnendurchmesser, was rund 840 Millionen Kilometern entspricht! Mit seiner 20-fachen Sonnenmasse wird der Stern in 600 Lichtjahren Entfernung irgendwann in einer Supernovaexplosion enden, die sogar am Tageshimmel sichtbar sein wird.

Beteigeuze ist ein Stern im Endstadium seiner Existenz. Genau das Gegenteil davon passiert im Großen Orionnebel, auch Messier 42 genannt. Diese leuchtende Wasserstoffwolke mit einigen Lichtjahren Durchmesser ist etwa 1300 Lichtjahre entfernt und ist ein Ort, an dem im Laufe von Millionen Jahren Sterne entstehen. Für den Beobachter ist der Orionnebel sehr leicht im "Schwert des Orions", unterhalb der drei Gürtelsterne zu finden. Schon mit bloßem Auge läßt sich Messier 42 dort als "unscharfer Stern" erkennen. Das Leuchten dieser riesigen Gaswolke wird durch die starke ultraviolette Strahlung von jungen Sternen in dieser Wolke verursacht.

 

Der faszinierendste Anblick dieser Sternenkrippe offenbart sich für Beobachter mit einem Teleskop. Die Strukturen der Gasmassen sind wegen ihrer Lichtschwäche zwar nur in Grauschattierungen zu erkennen, aber der Gedanke, dass auch unser Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren aus so einer Wolke aus Gas und Staub entstanden ist und dass wir beim Beobachten dieses herrlichen Himmelsobjektes praktisch Zeugen von Sternengeburten sind, läßt einen immer wieder staunen. Besitzer von Ferngläsern sollten es nicht versäumen auch mal ihre Optiken in Richtung des Gürtel und des Schwertes des Orion zu halten. Der Anblick dieser großartigen Sternengegend wird nicht enttäuschen!

Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzten 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das jetzt abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmaßen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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