Sternenhimmel über Wackersberg
Sternenhimmel über Wackersberg
Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Fotos

Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn 2020 - eine Planetariumsvorführung im Maßstab 1:1

Der helle Planet Jupiter mit dem Planeten Saturn links darüber am 9.11.2020

Der Sternenhimmel hat für uns heuer in der Vorweihnachtszeit etwas ganz besonderes zu bieten. Wie in einem Planetarium können wir am frühen Abend am südwestlichen Sternenhimmel beobachten, wie sich der helle Planet Jupiter bis zum 21.12.20 allabendlich dem links darüber befindlichen Planeten Saturn annähert und ihn dann mit sehr geringem Abstand überholt.

 

Das letzte Mal, dass es zu so einem engen und gut zu beobachtenden Zusammentreffen der beiden größten Planeten unseres Sonnensystems kam, war im Jahre 1226! Die nächste enge große Konjunktion der beiden Planeten, ähnlich der diesjährigen, gibt es im Jahr 2080 und danach erst wieder im Jahr 2400!

 

Aufgrund der verschiedenen Umlaufzeiten der beiden Planeten ist es jetzt wieder so weit. Braucht Jupiter nur 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, so benötigt der Ringplanet Saturn fast 30 Jahre dazu. So wiederholt sich dieser "Überholvorgang" alle 20 Jahre. Das besondere ist heuer einfach der winzige perspektivische Abstand von nur einem fünftel des Monddurchmessers am Himmel, der die beiden am 21.12.20 voneinander trennt.

 

Jupiter ist derzeit rund 887 Millionen km von uns entfernt, Saturn dagegen mit 1,6 Milliarden km, fast doppelt so weit.

 

Am frühen Abend des 21.12. stehen beide Planeten aus unserer Perspektive so eng zusammen, dass wir nur noch einen "Stern" tief über dem Südwesthorizont sehen werden. An den folgenden Abenden vergrößert sich der Abstand der beiden wieder und Jupiter zieht dem Saturn davon.

So eine Jupiter-Saturn-Begegnung um die Zeit von Christi Geburt wird auch als eine der Erklärungen für den Stern von Bethlehem beschrieben.

 

Und so etwa müssen wir uns die Planetenkonstellation von außen gesehen vorstellen, die zu der scheinbar engen Begegnung  der beiden Planeten Jupiter und Saturn führt. Am 21.12.20 wird Jupiter von der Erde aus gesehen den Saturn eingeholt haben und beide Planeten werden an diesem Abend nur noch als ein "Stern" zu sehen sein!

Mit dem Fernglas, oder noch besser, mit einem Teleskop werden dann beide Planeten für einige Abende im gleichen Gesichtsfeld zu sehen sein und einen sehr seltenen und herrlichen Anblick bieten - Wiederholung erst im Jahr 2080!

 

Das Foto oben zeigt Saturn und Jupiter über der Benediktenwand am Abend des 24.11.2020. Jupiter ist der hellere der beiden Planeten. Wer das Bild vergrößert anschaut, erkennt auch drei der vier Galileischen Monde ganz nah am Jupiter. Das Foto wurde mit einem 135mm Objektiv, 2 Sekunden Belichtungszeit bei offener Blende und 3200 ISO aufgenommen.

Das Bild unten wurde mit 300mm Brennweite und 5 sec Belichtung am 3.12.2020 aufgenommen. Drücken wir uns die Daumen, dass der Himmel immer wieder mal klar wird, vor allem um den 21.12., wenn die beiden Planeten direkt nebeneinander stehen.

Saturn und Jupiter über den Achselköpfen am Abend des 3.12.20 (300mm Objektiv)
Saturn-Jupiter Konjunktion Saturn und Jupiter am Abend des 7.12.2020 (135mm Objektiv)
Saturn und Jupiter am 16.12.2020 (50mm Objektiv)

17.12.20 eine Begegnung der interplanetarischen Art

Wie es der Zufall so wollte, führte der Weg des Jets aus meiner Perspektive genau zwischen den beiden Planeten durch. Wer ganz genau hinschaut, der erkennt auch die vier Galileischen Monde des Jupiter und den Ring des Saturn.

Jupiter und Saturn rechts vom Turm der Kirche in Arzbach am 17.12.2020
Mond, Saturn und Jupiter am 17.12.2020 über den Kirchsteinen und den Achselköpfen

Die Aufnahme vom 16.12.20 entspricht etwa dem Anblick bei 25-facher Vergrößerung. Das Foto wurde so lange belichtet, bis auch die vier Galileischen Monde des Jupiters zu erkennen waren. Das Foto vom 19.12.20 zeigt den Anblick der beiden Planeten bei etwa 40-facher Vergrößerung. Die kürzere Belichtungszeit verhindert eine Überbelichtung des Saturns, aber dadurch sind die viel lichtschwächeren Monde des Jupiters auf dem Bild nicht mehr zu sehen. Das wäre nur mit einer Fotomontage möglich. Leider sind auf dem Jupiter durch die irdische Luftunruhe in Horizontnähe keine seiner Wolkenbänder abgebildet.

<< Neue Überschrift >>

<< Neue Überschrift >>

Ende der Vorstellung

Das Foto oben vom 26.12.20 zeigt den Planeten Jupiter als deutlichen Sieger des "Wettlaufes der Giganten". Seit dem 21.12.20, als Jupiter den Saturn überholte, finden wir ihn links vom Ringplaneten Saturn. Der nächste Überrundungsvorgang folgt in 20 Jahren, aber der Abstand bei größter Annäherung der beiden Planeten wird etwa 10 mal größer und auch nur kurz vor Sonnenaufgang Anfang November 2040 zu beobachten sein.

Das Bild unten - ein Ausschnitt aus dem obigen - zeigt den Verlauf des Planetenrennens bis zum 26.12.20.

Wer genau hinsieht, der kann auch einige der Jupitermonde erkennen.

Hier endet nun diese "Planetariumsvorführung im Maßstab 1:1". Ein beeindruckendes Erlebnis in Zeitlupe. Trotzdem staunt man, wie schnell sich die Planetenpositionen am Himmel und auch untereinander verändern. Um das mit bloßem Auge zu verfolgen, braucht man nur einen Bezugspunkt - einen etwas helleren Stern, oder Planeten - und schon glaubt man das Weltengetriebe zu hören.

<< Neue Überschrift >>

<< Neue Überschrift >>

Jupiter mit seinem Gefolge

Jupiter mit den vier Galileischen Monden

Jupiter, mit rund 12-fachem Erddurchmesser der größte Planet in unserem Sonnensystem, hat ein Gefolge von 79 Monden! Die vier hellsten davon, die sogenannten Galileischen Monde, sind bereits (abhängig von ihrer Position um den Planeten) mit einem Fernglas zu erkennen. Dabei muß man auf den Bereich links und rechts, nah beim Planeten achten, um die Monde als kleine "Sternchen" zu erkennen. Noch besser geht es mit einem kleinen Fernrohr ab etwa 20-facher Vergrößerung. Schon damit läßt sich Nacht für Nacht die Bewegung der Monde um den Planeten verfolgen, so wie das Galileo Galilei im Jahre 1610 mit dem damals gerade erfundenen Fernrohr tat.

Ganz aufmerksame Beobachter erkennen bei Vergrößerungen ab etwa 30-fach schon die etwas dunkleren Wolkenstreifen auf der Planetenkugel. Je größer der Durchmesser des Teleskopobjektives oder des Spiegels ist, umso mehr Details lassen sich bei stärkeren Vergrößerungen in der Wolkenhülle des Gasplaneten erspähen.

<< Neue Überschrift >>

Der Planet Saturn - eins der prachtvollsten Objekte am Nachthimmel

Saturn, der Ringplanet, ist ein Wunder für sich! Geben Sie Ihrem Spektiv oder Teleskop unbedingt die Chance Ihnen dieses Wunder schon ab etwa 30-facher Vergrößerung vor Augen zu führen. Sie werden Ihrer "Sehhilfe" lebenslänglich dankbar sein. Und wie schon beim Jupiter gilt: je größer die Optik, desto besser.

Wie Jupiter ist auch der Saturn ein Gasplanet, der hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Die Saturnkugel hat den rund 9-fachen der Erde. Die Ringe bestehen jedoch nicht aus Gas, sondern aus zahllosen Gesteins- und Eisbrocken, die den Planeten wie Satelliten umkreisen und durch ihre Menge diesen herrlichen Ring bilden.

Ganz aufmerksamen Beobachtern wird in der Nähe des Saturn ein "Sternchen" auffallen, das täglich seine Position ändert und in 14 Tagen den Planeten einmal umrundet. Dabei handelt es sich um Titan, den größten Saturnmond. Titan hat einen Durch-messer von rund 5000 Kilometer und ist der einzige Mond im Sonnensystem, der eine Atmosphäre hat. Diese Gashülle ermöglichte es im Januar 2005 die Sonde Huygens an einem Fallschirm auf Titan zu landen!