Sternenhimmel über Wackersberg
Sternenhimmel über Wackersberg
Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

                                    Komet 12P/ Pons-Brooks - Tagebuch

<< Neue Überschrift >>

In diesem Tagebuch verfolge ich den Besuch des Kometen Pons-Brooks mit Anregungen und Tipps für Eure eigene Kometenjagd. Dabei muß uns allerdings Petrus gut gesonnen sein und der Mond ..., der tut was er muß und läßt auch nicht mit sich reden.

 

                                          Viel Freude und Erfolg bei der Kometenjagd!

 

                                  Mehr allgemeine Infos von mir zu Kometen gibt es hier.

<< Neue Überschrift >>

Komet 12P/ Pons-Brooks am nordwestlichen Abendhimmel

Komet 12P/ Pons-Brooks am 8. März 2024

 

Alle 71 Jahre stattet der Komet 12P/ Pons-Brooks dem inneren Sonnensystem einen Besuch ab. Entdeckt wurde der Schweifstern 1812 an der Sternwarte in Marseille durch Jean-Louis Pons. 1883 wurde der Komet bei seiner Wiederkehr von William Robert Brooks entdeckt und als der Komet von 1812 identifiziert.

 

Der nun nach seinen beiden Entdeckern benannte Komet wird den sonnennächsten Punkt seiner Bahn am 21.April 2024 und dann voraussichtlich auch seine größte Helligkeit erreichen.

 

Der Schweifstern ist schon mit einem normalen Fernglas gleich nach Einbruch der Dunkelheit über dem Nordwesthorizont zu finden.

<< Neue Überschrift >>

Wo finde ich den Kometen Pons-Brooks?

Ein freier Blick zum tiefen Westhorizont ist zur Beobachtung optimal!

 

Für die Suche nach dem Kometen steht uns eine optimale Orientierungshilfe zur Verfügung! Es ist keine geringere als der Planet Jupiter persönlich. Er leuchtet als hellster "Stern" im Westen vom Abendhimmel und ist nicht zu übersehen. Der Komet Pons-Brooks befindet sich bis zum 12. April leicht rechts unterhalb von Jupiter.

Am Abend des 10. April gesellt sich auch noch die schmale Mondsichel dazu! Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 21 und 22 Uhr. Wünschen wir uns einen freien und klaren Blick zum möglichst tief liegenden Westhorizont, um diese herrliche Konstellation, quasi zum Abschluß der sechswöchigen Beobachtungs-möglichkeit in unseren Breitengraden, im Fernglas zu bewundern.

 

Der Komet zeigt sich im Fernglas als länglicher diffuser Lichtfleck mit einem helleren unteren Ende, der fast senkrecht über dem Westhorizont steht. Viel Erfolg bei der Kometenjagd!

<< Neue Überschrift >>

Komet 12P/ Pons-Brooks mit Andromeda-Galaxie am 8.März 2024

Leider wurde diese Aufnahme vom Kometen (links unten) zusammen im Bildfeld mit der Andromeda-Galaxie durch Schleierbewölkung behindert, so dass nur die hellsten Bereiche des Schweifes, der sich in Richtung der Galaxie erstreckt, zu sehen sind. Aufnahme mit einem 135 mm Teleobjektiv.

Komet 12P/ Pons-Brooks mit Andromeda-Galaxie am 8.3.2024

<< Neue Überschrift >>

Wolken, Wolken, Saharastaub und auch noch Mond dazu.

Als Himmelsbeobachter wird man vom Wetter und vom Mond hin und wieder ganz schön auf die Probe gestellt und das nervt bei seltenen Himmelsereignissen ganz besonders. Nachdem schon bei der Passage des Kometen unterhalb der Andromeda-Galaxie gerade ein Foto mit Müh und Not entstanden ist, wurde es beim Vorbeigang von Pons-Brooks an der Galaxie M33 nicht besser. Ein paar Aufnahmen des Kometen durch Schleierbewölkung waren zwar möglich, aber eben nicht mit der Galaxie im Hintergrund. Die besten sehen Sie unten.

Komet 12P/ Pons-Brooks am 19.März 2024
Komet 12P/ Pons-Brooks am 19. März 2024 in einer Wolkenlücke

<< Neue Überschrift >>

Komet 12P/Pons-Brooks am 2.April 2024

Man möchte es kaum glauben, es gibt tat-sächlich noch Abende mit klarem Himmel und ohne Mondenschein! Darauf wartet der Kometenfan mehr als auf alles andere! Am 2. April war's dann soweit. Der Himmel war bis zum Horizont klar und ich konnte den Kometen nach dem 19. März endlich wieder einmal ablichten. Zuerst mit dem Teleskop, um die Kometenkoma und den Schweifansatz näher zu betrachten. Deutlich ist die den Kometenkern einhüllende Koma aus Gas und Staub mit mehreren 100 000 Kilometern Durchmesser zu sehen. Nach links oben erkennt man das durch den Sonnenwind aus der Koma weggeblasene Gas und den Staub.

Dieses am 2. April mit einem 300mm Teleobjektiv aufgenommene Foto zeigt den Kometen kurz vor dem Untergang neben Hamal, dem hellsten Stern im Sternbild Widder. So hell und so auffällig ist der Komet für das Auge am Fernglas oder Teleskop nicht, denn erst die rund siebenminütige Belichtungszeit ergibt genügend Licht um den Schweifstern auf einer Fotografie so zu zeigen.

Während der gesamten Belichtungszeit muß die Kamera entgegen der Erddrehung nachgeführt werden, da sich sonst alle Himmelsobjekte als verwischte Strichspuren abbilden würden. Der irdische Vordergrund der gesamten Szenerie wurde am Schluß mit stillstehender Kamera mit gleicher Optik und Belichtungszeit abgelichtet und später in die Himmelsaufnahme eingesetzt.

Dieses Bild stammt auch vom 2.April 2024. Um möglichst viel Detail im Schweif des Kometen zu zeigen, wurde die Eigenbewegung des Kometen während der Belichtungszeit berücksichtigt, was jedoch die Abbildung der Sterne als kurze Striche verursacht. Die langen Strichspuren stammen von Satelliten.

<< Neue Überschrift >>

... und zum Abschluß noch ein Gruppenfoto

Am 10. April 2024 gab es passend zum Abschluß der Beobachtungszeit vom Kometen 12P/Pons-Brooks noch die Gelegenheit für ein himmlisches Gruppenfoto, als der zunehmende Mond nahe an Jupiter und dem Kometen vorbeizog. Der Mond mit dem Erdschein ist darauf überbelichtet, um den "Hauch eines Kometen" rechts unten sichtbar zu machen. Links zeigt sich der Jupiter mit drei seiner Monde.

<< Neue Überschrift >>

Adieu Pons-Brooks

Von unseren Breitengraden aus ist der Komet von nun an nicht mehr zu beobachten, da er bereits in der hellen Abenddämmerung untergeht. Jetzt kommen die Beobachter auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten zum Zuge.

Pons-Brooks war wieder ein gutes Beispiel für die schwierige Vorhersagbarkeit des Erscheinungsbildes eines Kometen. Die Helligkeit seiner Koma erreichte zwar die Erwartungen der Fachleute, allerdings war nur wenig Staub vom Kometenkern abgeblasen worden und so mußten wir auf einen auffälligen Kometen-schweif verzichten. Der bläuliche Gasschweif war zwar markanter, aber in der Dämmerung schwierig zu sehen oder zu fotografieren.

So zieht er nun seine Bahn am südlichen Himmel, die ihn in den nächsten 35 Jahren bis über die Bahn des Planeten Neptun hinausführen wird um schließlich von der Schwerkraft der Sonne um das Jahr 2095 wieder in das innere Sonnensystem zurückgeholt zu werden.