Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Zwei Planeten wie Stecknadeln im Heuhaufen

Unser Ringplanet Saturn verschwindet langsam in der Abenddämmerung und damit haben wir bis zum Jahresende keine mit bloßem Auge sichtbaren Planeten mehr am Abendhimmel. Aber ganz ohne Planeten sind wir zu dieser Zeit trotzdem nicht, denn die beiden äußersten Gasplaneten Uranus und Neptun geben dem Teleskopbeobachter die Ehre.  Wenn Sie sich jetzt fragen wie Sie die beiden unter den schwach leuchtenden Sternen der Sternbilder Fische und Wassermann mit Fernglas oder Teleskop finden sollen, dann geb ich Ihnen vollkommen recht. Diese beiden Sternbilder gehören nämlich zu den am schwierigsten zu erkennenden des Tierkreises. Und jetzt noch dazu zwei - mit bloßem Auge nicht zu sehende - Planeten darin finden, das ist schon eine kleine Herausforderung. Da hilft neben der Optik nur eine gute Sternkarte, Geduld oder eine computergesteuerte Teleskopmontierung. Um die beiden Planeten dann von Sternen zu unterscheiden, bedarf es einer Vergrößerung von etwa 80-fach und mehr, damit sie sich durch ihre türkis- und blaufarbenen Scheibchen als Planeten zu erkennen geben.

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Saturn - der Herr der Ringe - auf der abendlichen Himmelsbühne

Bei Einbruch der Dunkelheit finden wir den Ringplaneten Saturn auch im Oktober noch als hellstes "Sternchen" tief über dem Südwesthorizont. Er läßt sich gut an seinem gelblichen, ruhigen Licht erkennen.

Um den Ring zu erkennen bedarf es einer Optik mit einer Vergrößerung von ca. 30-fach. Also, ein Spektiv oder kleines Fernrohr reicht dazu schon aus.

Saturn als "Abendsternchen" über dem Südwesthorizont am 22.9.2017

Saturn in der Tiefe des Raums

Mit einer durchschnittlichen Entfernung von 1,4 Milliarden km, was einer Lichtlaufzeit von rund 70 Minuten entspricht, sprengt Saturn damit bereits unser Vorstellungsvermögen. Auf dem Foto vom 19. Juni 2017 ist Saturn vor den Sternwolken des Milchstraßenzentrums im Sternbild Schütze zu sehen. Bei den beiden Objekten Messier 8 und 20 handelt es sich um lichtjahregroße Sternentstehungsgebiete, in denen Wasserstoffgas durch darin entstandene junge Sterne zum Leuchten angeregt wird. Diese leuchtenden Wasserstoffwolken lassen sich bereits in einem Fernglas als graue, nebelige Wölkchen erkennen. Ihre Entfernung beträgt etwa 5500 Lichtjahre. Welch ein Unterschied zu der des Saturn!

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 3. September 2017

In den letzten Monaten ist die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was auch zu der Vorhersage gemäß dem Sonnenfleckenzyklus passt. Demnach werden Fleckengruppen in den nächsten drei bis vier Jahren seltener zu sehen sein. Aber vor Überraschungen ist man bei der Sonne nie gefeit! Von daher bleibe ich auf jeden Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, "am Ball" um Ihnen diese hier zu zeigen.

So eine Überraschung bescherte unser Tagesgestirn Anfang September, als sich plötzlich zwei große Fleckengruppen entwickelten.

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 6000 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

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Detailaufnahme der Sonnenfleckengruppen am 3. September 2017

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.