Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

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Eine Planetariumsvorführung im Maßstab 1:1

Der Sternenhimmel hat für uns heuer in der Vorweihnachtszeit etwas ganz besonderes zu bieten. Wie in einem Planetarium können wir am frühen Abend am südwestlichen Sternenhimmel beobachten, wie sich der helle Planet Jupiter bis zum 21.12.20 allabendlich dem links darüber befindlichen Planeten Saturn annähert um ihn dann schließlich zu überholen.

Aufgrund der verschiedenen Umlaufzeiten der beiden Planeten ist es jetzt wieder so weit. Braucht Jupiter nur 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, so benötigt der Ringplanet Saturn fast 30 Jahre dazu. Jupiter ist derzeit rund 750 Millionen km von uns entfernt, Saturn dagegen mit 1,5 Milliarden km doppelt so weit.

Am frühen Abend des 21.12. stehen beide Planeten aus unserer Perspektive so eng zusammen, dass wir nur noch einen "Stern" tief über dem Südwesthorizont sehen werden. An den folgenden Abenden vergrößert sich der Abstand der beiden wieder und Jupiter zieht dem Saturn davon.

So eine Jupiter-Saturn-Begegnung um die Zeit von Christi Geburt wird auch als eine der Erklärungen für den Stern von Bethlehem beschrieben.

Der helle Planet Jupiter mit dem Planeten Saturn links darüber am 9.11.2020

Und so etwa müssen wir uns die Planetenkonstellation von außen gesehen vorstellen, die zu der scheinbar engen Begegnung  der beiden Planeten Jupiter und Saturn führt. Am 21.12.20 wird Jupiter von der Erde aus gesehen den Saturn eingeholt haben und beide Planeten werden an diesem Abend nur noch als ein "Stern" zu sehen sein!

Mit dem Fernglas, oder noch besser, mit einem Teleskop werden dann beide Planeten für einige Abende im gleichen Gesichtsfeld zu sehen sein und einen sehr seltenen und herrlichen Anblick bieten!

 

Saturn und Jupiter über der Benediktenwand am 21.11.20 (bei Jupiter sind zwei seiner Monde sichtbar)

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Jupiter mit seinem Gefolge

Jupiter mit den vier Galileischen Monden

Jupiter, mit rund 12-fachem Erddurchmesser der größte Planet in unserem Sonnensystem, hat ein Gefolge von 79 Monden! Die vier hellsten davon, die sogenannten Galileischen Monde, sind bereits (abhängig von ihrer Position um den Planeten) mit einem Fernglas zu erkennen. Dabei muß man auf den Bereich links und rechts, nah beim Planeten achten, um die Monde als kleine "Sternchen" zu erkennen. Noch besser geht es mit einem kleinen Fernrohr ab etwa 20-facher Vergrößerung. Schon damit läßt sich Nacht für Nacht die Bewegung der Monde um den Planeten verfolgen, so wie das Galileo Galilei im Jahre 1610 mit dem damals gerade erfundenen Fernrohr tat.

Ganz aufmerksame Beobachter erkennen bei Vergrößerungen ab etwa 30-fach schon die etwas dunkleren Wolkenstreifen auf der Planetenkugel. Je größer der Durchmesser des Teleskopobjektives oder des Spiegels ist, umso mehr Details lassen sich bei stärkeren Vergrößerungen in der Wolkenhülle des Gasplaneten erspähen.

Der Planet Saturn - eins der prachtvollsten Objekte am Nachthimmel

Saturn, der Ringplanet, ist ein Wunder für sich! Geben Sie Ihrem Spektiv oder Teleskop unbedingt die Chance Ihnen dieses Wunder schon ab etwa 30-facher Vergrößerung vor Augen zu führen. Sie werden Ihrer "Sehhilfe" lebenslänglich dankbar sein. Und wie schon beim Jupiter gilt: je größer die Optik, desto besser.

Wie Jupiter ist auch der Saturn ein Gasplanet, der hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Die Saturnkugel hat den rund 9-fachen der Erde. Die Ringe bestehen jedoch nicht aus Gas, sondern aus zahllosen Gesteins- und Eisbrocken, die den Planeten wie Satelliten umkreisen und durch ihre Menge diesen herrlichen Ring bilden.

Ganz aufmerksamen Beobachtern wird in der Nähe des Saturn ein "Sternchen" auffallen, das täglich seine Position ändert und in 14 Tagen den Planeten einmal umrundet. Dabei handelt es sich um Titan, den größten Saturnmond. Titan hat einen Durch-messer von rund 5000 Kilometer und ist der einzige Mond im Sonnensystem, der eine Atmosphäre hat. Diese Gashülle ermöglichte es im Januar 2005 die Sonde Huygens an einem Fallschirm auf Titan zu landen!

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Ein roter Wüstenplanet am südlichen Abendhimmel

Im November finden wir den Mars bei Einbruch der Dunkelheit bereits hoch am südlichen Himmel. Er ist nicht zu übersehen, denn er ist mit Abstand der hellste "Stern" und noch dazu stahlt er in einem rötlichen Licht.

Nach zwei Jahren war es wieder an der Zeit, dass unsere Erde auf ihrer sonnennäheren Bahn den Nachbarplaneten überholte. Dabei näherten wir uns dem Roten Planeten am 6. Oktober bis auf rund 62 Millionen km.

Diese Erdnähe wurde von Raumfahrtunternehmen genutzt, um vier Missionen zum Mars zu starten. Diese unbemannten Sonden werden im Februar 2021 den Mars erreichen. Die größte davon ist der autogroße Rover Perserverance der auf dem Mars im kommenden Februar weich landen soll.

Um auf dem Mars Details erkennen zu können, benötigt man ein Teleskop und - wie immer bei Planetenbeobachtungen - eine ruhige Atmosphäre über uns, damit Details auf der Oberfläche nicht durch die Luftunruhe "verschmiert" werden. Man sollte bei der Himmelsbeobachtung mit Teleskopen, wenn möglich, immer abwarten bis das Objekt hoch am Himmel steht, denn dann durchläuft das Licht auf einem kurzen Weg unsere Atmosphäre und wird dabei weniger gestört als bei Beobachtungen in Horizontnähe. Damit landschaftliche Schattierungen auf dem kleinen Marskügelchen nicht durch seine große Helligkeit überstrahlt werden, empfiehlt sich das Einschrauben eines Graufilters in das Okular, welches die Helligkeit dämpft. Eine gute Möglichkeit der Planetenhelligkeit Herr zu werden ist die Beobachtung des Planeten in der Dämmerung. Dann ist auch der Farbkontrast zwischen dem Blau des Dämmerungshimmel und dem Rot des Planeten besonders reizvoll.

In Erdnähe lassen sich sogar in einem Fernrohr mit weniger als 10 cm Optikdurchmesser die dunklen Schattierungen von Hochebenen und die hellen Polkappen erkennen. Der Detailreichtum steigt natürlich mit zunehmenden Durchmesser der Optik.

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 7.11.2020

Die Sonne befindet sich derzeit immer noch in einem Aktivitätsminimum und große Sonnenflecken sind rar. Umso größer ist die Freude bei den Sonnenbeobachtern, wenn sich mal wieder ein größerer Fleck blicken läßt. Einzelne Flecken waren in den letzten 1,5 Jahren hin und wieder sichtbar, aber Fleckengruppen wie diese am 7.11.20, gab es keine.

In den letzten drei Jahren war die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen und zum Teil war monatelang kein noch so kleines Fleckchen auf unserem Stern zu beobachten. Diese Entwicklung entspricht der Vorhersage gemäß des Sonnen-aktivitätzykluses der besagt, dass es alle 10-13 Jahre zu einem Minimum bzw. Maximum der Sonnenaktivität kommt.

Bleiben wir am Ball und seien wir gespannt, was uns die Sonne in der nächsten Zeit präsentiert!

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 5500 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

Für noch viel mehr aktuelle Sonne, hier geht es zum Sonnenbeobachtungssatelliten Solar Dynamics Observatory  

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Detailaufnahme der Sonnenfleckengruppe vom 7.11.2020

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.