Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Die Venusshow geht zu Ende

Der Planet Venus am 17. Mai 2020 am Tageshimmel

Was war das doch für eine Show, die unser sonnennäherer Nachbarplanet Venus seit Januar am Abendhimmel bot. Diese Show geht jetzt zu Ende. Von uns aus gesehen läuft der fast erdgroße Planet jetzt in Richtung Sonne und wird diese am 3. Juni dicht oberhalb passieren. Das ist natürlich nicht zu beobachten. Durch diesen Wechsel auf die rechte Seite von der Sonne wird aus unserem "Abendstern" ruckzuck der "Morgenstern", denn Venus wird durch diesen Seitenwechsel für den Rest des Jahres vor der Sonne aufgehen. Jeder Frühaufsteher kann sich davon ab Anfang Juli selbst überzeugen.

Wer von Ihnen ein Fernglas, Spektiv oder ein Teleskop sein Eigen nennt, dem empfehle ich es jetzt mal auf die Venus zu richten. Am besten gleich dann, wenn der Planet gerade abends mit dem bloßen Auge sichtbar wird. Denn die große Helligkeit der Venus überstrahlt dann noch nicht die filigrane Sichelform, die in den optischen Geräten sichtbar sein wird, da der Planet ja von hinten rechts beleuchtet wird und wir zum größten Teil auf die Nachtseite schauen.

 

Zum Ende der großartigen Venusshow gibt es sogar noch eine Zugabe! Der sonnennächste Planet Merkur trifft sich vom 21. bis zum 23. Mai mit Venus zu einem Stelldichein. Beide Planeten werden an diesen Tagen gleichzeitig im Fernglas zu sehen sein! Venus natürlich deutlich heller als Merkur. Diese enge Begegnung ist auch mit bloßem Auge schon gut zu verfolgen! Dieser wunderbare Abschluß der Venusshow 2020 ist auch eine seltene Gelegenheit den normalerweise schwer zu findenden innersten Planeten unseres Sonnensystems mit Hilfe der unübersehbaren Venus aufzustöbern!

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Venus und Merkur am 21. Mai 2020

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Komet C/2020 F8 SWAN am Morgenhimmel

Komet C/2020 SWAN am Morgen des 18. Mai 2020 über Gaißach im Isarwinkel.

Eigentlich wäre der Komet SWAN schon mit dem Fernglas ein einfaches Beobachtungsobjekt. Aber sein geringer Winkelabstand von der Sonne macht seine Beobachtung und Fotografie schwieriger als man vielleicht denken mag. Dieses Foto zeigt den Kometen am 18.Mai gegen 3:40 Uhr. Bei dunklerem Himmel wäre er auf dem Bild viel besser zu sehen, aber bei dunklerem Himmel - also noch etwas früher - befindet sich der Komet noch unter dem Horizont oder hinter dichten horizontnahen Dunstschichten.

Da Komet SWAN erst am 27.5.20 den sonnenächsten Punkt seiner Bahn erreicht, können wir immer noch auf einen Anstieg seiner Helligkeit hoffen, zudem er ab etwa dem 25. Mai auch abends tief über dem nordwestlichen Horizont zu sehen sein wird. Drücken wir uns die Daumen!

Wo ist Komet SWAN !?

Wo ist Komet SWAN !?

Komet C/2020 F8 SWAN Aufsuchkarte

Man könnte sagen, dass Komet SWAN der Ersatz für den ursprünglich vielversprechenden Kometen C/2019 Y4 Atlas ist, da der Kern des Kometen Atlas mittlerweile in mehrere Teile zerbrochen ist und dadurch wahrscheinlich keine spektakuläre Himmelserscheinung mehr werden wird.

Mit dem Kometen C/2020 F8 SWAN sieht es besser aus. Von der Südhemisphäre aus aufgenommene Bilder zeigen den Kometen mit einem langen Schweif. Von jetzt an ist er auch von unseren Breitengraden aus schon mit einem Fernglas am frühen Morgenhimmel tief über dem Nordosthorizont aufzufinden. Sehr wichtig ist dabei ein freier und tief liegender Horizont und ein klarer, dunkler Himmel. 

Die Grafik oben zeigt den morgendlichen Sternenhimmel in Richtung Nordosthorizont gegen 3:30 Uhr. Die Kometenpirsch sollte man aber schon gegen 3:00 Uhr beginnen und sich dabei als Ausgangs- und Orientierungspunkt den hellen Stern Capella im Sternbild Fuhrmann (links unten) zu Hilfe nehmen, um von dort aus den Horizont mit dem Fernlas abzusuchen. Je später man mit der Suche beginnt, desto mehr stört die zunehmende Dämmerung. Der Komet sollte als rundlicher diffuser Nebelfleck, vielleicht sogar mit einem Schweifansatz im Fernglas zu sehen sein.

Bevor Sie sich jedoch über Ihre Kometentrophäe freuen, schauen Sie lieber noch mal genau hin, denn im näheren Umfeld des Kometen befinden sich die rundliche Galaxie Messier (M) 33 und die größere längliche Galaxie Messier (M) 31. Charles Messier, wäre er noch am Leben, könnte uns ein Lied von Verwechselungen von Kometen mit Galaxien singen.

Zum Schluß noch ein Tipp! Wenn Sie mal herrliche Fotos von den Kometen SWAN, Atlas und anderen sehen wollen, dann besuchen Sie die doch die Kometen-Home-Page der Vereinigung der Sternfreunde.

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 13. April 2019

Die Sonne befindet sich derzeit in einem Aktivitätsminimum und große Sonnenflecken sind rar. Umso größer ist die Freude bei den Sonnenbeobachtern, wenn sich mal wieder ein größerer Fleck blicken läßt. Dieses schöne Exemplar verfolgte ich wegen bewölktem Himmel schon seit ein paar Tagen auf der Home-Page des Sonnenbeobachtungs-satelliten SDO. Am 13.4. riß die Bewölkung endlich auf und gab den Blick durch diesiges Gewölk frei auf den rund 35000 Kilometer großen Prachtfleck.

Im letzten Jahr ist die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was auch zu der Vorhersage gemäß dem Sonnen-fleckenzyklus passt. Demnach werden große Fleckengruppen in den nächsten zwei bis drei Jahren seltener zu sehen sein. Aber vor Überraschungen ist man bei der Sonne nie gefeit! Von daher bleibe ich auf jeden Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, "am Ball", um Ihnen diese hier zu zeigen.

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 5500 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

Für noch viel mehr aktuelle Sonne, hier geht es zum Sonnenbeobachtungssatelliten Solar Dynamics Observatory  

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Detailaufnahme des Sonnenflecks vom 13. April 2019

Auf diesem Foto ist gut die "körnige" Struktur der den Fleck umgebenden Gasschicht zu sehen. Diese Struktur wird Granulation genannt. Sie wird durch die kurzlebigen, aus dem Sonneninneren aufsteigenden Gasblasen gebildet. Die einzelnen "Körnchen" haben eine Größe von 500 bis 1000 Kilometer.

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Detailaufnahme der letzten großen Sonnenfleckengruppe am 3. September 2017

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.