Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

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Venus auf dem Weg zu den Sieben Schwestern

Wie unsere Mutter Erde, so ziehen alle Planeten ihre Bahnen um die Sonne. Ihre Bewegung spiegelt sich wider an ihrem Lauf durch die sich nicht verändernden Sternbilder. Daher bezeichnet man Sterne auch als Fixsterne. Den Planeten trug dies dafür die Bezeichnung Wandelsterne ein. Aufgrund ihrer Nähe zu uns ist dieses "Wandeln" vor den Sternen am auffälligsten bei den beiden Nachbarplaneten Venus und Mars zu beobachten.

Eine ganz besondere Gelegenheit dazu bietet uns zur Zeit am westlichen Abendhimmel die Venus. Als strahlend heller "Abendstern" bewegt sich der Planet in Richtung des kleinen und hübschen Sternhaufens der Plejaden, auch Siebengestirn oder Sieben Schwestern genannt. Anfang April wird die Venus den Sternhaufen passieren. In Ferngläsern und Teleskopen mit schwacher Vergrößerung ein herrlicher Anblick!

Neben der Bewegung des Planeten liefert uns die Begegnung der beiden Himmelsobjekte ein Beispiel für die Tiefe des Raumes. Der Planet Venus ist am 3.April rund 95 Millionen km von uns entfernt, das entspricht einer Lichtlaufzeit von gut 5 Minuten. Das Licht der Sonnen des Siebengestirn braucht dagegen rund 410 Jahre um uns zu erreichen!

 

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Im Fernrohr zeigt sich die Venus derzeit als kleiner Halbmond. Der fast erdgroße Planet ist von einer dichten Wolkenhülle umgeben, was jegliches Erkennen von Oberflächendetails verhindert. Mit einer Oberflächentemperatur von bis zu 480 Grad Celsius und dem 90-fachen atmosphärischen Druck der Kohlendioxydatmosphäre ist unser Nachbarplanet wahrlich nicht lebensfreundlch, geschweige denn einladend für einen Besuch durch den Menschen.

 

Das rechte Bild zeigt in etwa den Anblick der Begegnung von Venus und den Plejaden im Fernglas Ende März. Die vier "Strahlen" haben nichts mit der Venus zu tun, sondern entstanden in der Aufnahmeoptik.

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 13. April 2019

Die Sonne befindet sich derzeit in einem Aktivitätsminimum und große Sonnenflecken sind rar. Umso größer ist die Freude bei den Sonnenbeobachtern, wenn sich mal wieder ein größerer Fleck blicken läßt. Dieses schöne Exemplar verfolgte ich wegen bewölktem Himmel schon seit ein paar Tagen auf der Home-Page des Sonnenbeobachtungs-satelliten SDO. Am 13.4. riß die Bewölkung endlich auf und gab den Blick durch diesiges Gewölk frei auf den rund 35000 Kilometer großen Prachtfleck.

Im letzten Jahr ist die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was auch zu der Vorhersage gemäß dem Sonnen-fleckenzyklus passt. Demnach werden große Fleckengruppen in den nächsten zwei bis drei Jahren seltener zu sehen sein. Aber vor Überraschungen ist man bei der Sonne nie gefeit! Von daher bleibe ich auf jeden Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, "am Ball", um Ihnen diese hier zu zeigen.

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 5500 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

Für noch viel mehr aktuelle Sonne, hier geht es zum Sonnenbeobachtungssatelliten Solar Dynamics Observatory  

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Detailaufnahme des Sonnenflecks vom 13. April 2019

Auf diesem Foto ist gut die "körnige" Struktur der den Fleck umgebenden Gasschicht zu sehen. Diese Struktur wird Granulation genannt. Sie wird durch die kurzlebigen, aus dem Sonneninneren aufsteigenden Gasblasen gebildet. Die einzelnen "Körnchen" haben eine Größe von 500 bis 1000 Kilometer.

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Detailaufnahme der letzten großen Sonnenfleckengruppe am 3. September 2017

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.