Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Ein roter Wüstenplanet über dem abendlichen Osthorizont

Mitte September taucht er gegen 21:30 Uhr über dem östlichen Horizont auf, der rote Planet Mars! Er ist nicht zu übersehen, denn er ist mit Abstand der hellste "Stern" im Osten und noch dazu stahlt er in einem rötlichen Licht.

Nach zwei Jahren ist es wieder an der Zeit, dass unsere Erde auf ihrer sonnennäheren Bahn den Nachbarplaneten überholt. Dabei nähern wir uns dem Roten Planeten am 6. Oktober bis auf rund 62 Millionen km. Er geht dann bereits gegen 19 Uhr auf.

Um auf dem Mars Details erkennen zu können, benötigt man ein Teleskop und - wie immer bei Planetenbeobachtungen - eine ruhige Atmosphäre über uns, damit Details auf der Oberfläche nicht durch die Luftunruhe "verschmiert" werden. Man sollte bei der Himmelsbeobachtung mit Teleskopen, wenn möglich, immer abwarten bis das Objekt hoch am Himmel steht, denn dann durchläuft das Licht auf einem kurzen Weg unsere Atmosphäre und wird dabei weniger gestört als bei Beobachtungen in Horizontnähe. Damit landschaftliche Schattierungen auf dem kleinen Marskügelchen nicht durch seine große Helligkeit überstrahlt werden, empfiehlt sich das Einschrauben eines Graufilters in das Okular, welches die Helligkeit dämpft. Eine gute Möglichkeit der Planetenhelligkeit Herr zu werden ist die Beobachtung des Planeten in der Dämmerung. Dann ist auch der Farbkontrast zwischen dem Blau des Dämmerungshimmel und dem Rot des Planeten besonders reizvoll.

In Erdnähe lassen sich sogar in einem Fernrohr mit weniger als 10 cm Optikdurchmesser die dunklen Schattierungen von Hochebenen und die hellen Polkappen erkennen. Der Detailreichtum steigt natürlich mit zunehmenden Durchmesser der Optik.

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Planetengiganten am Abendhimmel

Die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, schmücken derzeit den Abendhimmel. Zuerst taucht in der Abenddämmerung der hell leuchtende Jupiter am südlichen Himmel auf, wenig später gefolgt vom Ringplaneten Saturn. Das Planetenduo ist durch die Helligkeit des Jupiters nicht zu übersehen und Saturn, links daneben, ist der zweithellste "Stern" weit und breit. Beide Planeten bleiben bis zum Jahresende am Abendhimmel sichtbar und bilden zudem um die Weihnachtszeit ein herrlich enges Doppelgestirn, da Jupiter sich auf seiner sonnennäheren Bahn daran macht den Saturn zu überholen.

Saturn (links) und Jupiter am 12.7.2020 über dem Isarwinkel.

Jetzt heißt es die Spektive und Teleskope herauszuholen, denn es beginnt die beste Zeit zur Beobachtung der beiden größten Planeten in unserem Sonnensystem. Das gilt auch für alle Optikbesitzer, die mit "Sterneschauen" eigentlich nichts am Hut haben! Sie werden staunen, was Sie ansonsten versäumt hätten!

 

Jupiter ist in diesem Sommer im Durchschnitt rund 650 Millionen Kilometer entfernt, der Saturn dagegen ist doppelt so weit entfernt. Für die Strecke von rund 1,3 Milliarden Kilometer benötigt das vom Planeten Saturn reflektierte Sonnenlicht eine gute Stunde!

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Schon ein kleines Teleskop genügt um die Entdeckungen des Galileo Galileis selbst zu machen

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Jupiter mit seinem Gefolge

Jupiter mit den vier Galileischen Monden

Jupiter, mit rund 12-fachem Erddurchmesser der größte Planet in unserem Sonnensystem, hat ein Gefolge von 79 Monden! Die vier hellsten davon, die sogenannten Galileischen Monde, sind bereits (abhängig von ihrer Position um den Planeten) mit einem Fernglas zu erkennen. Dabei muß man auf den Bereich links und rechts, nah beim Planeten achten, um die Monde als kleine "Sternchen" zu erkennen. Noch besser geht es mit einem kleinen Fernrohr ab etwa 20-facher Vergrößerung. Schon damit läßt sich Nacht für Nacht die Bewegung der Monde um den Planeten verfolgen, so wie das Galileo Galilei im Jahre 1610 mit dem damals gerade erfundenen Fernrohr tat.

Ganz aufmerksame Beobachter erkennen bei Vergrößerungen ab etwa 30-fach schon die etwas dunkleren Wolkenstreifen auf der Planetenkugel. Je größer der Durchmesser des Teleskopobjektives oder des Spiegels ist, umso mehr Details lassen sich bei stärkeren Vergrößerungen in der Wolkenhülle des Gasplaneten erspähen.

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Der Planet Saturn - eins der prachtvollsten Objekte am Nachthimmel

Saturn, der Ringplanet, ist ein Wunder für sich! Geben Sie Ihrem Spektiv oder Teleskop unbedingt die Chance Ihnen dieses Wunder schon ab etwa 30-facher Vergrößerung vor Augen zu führen. Sie werden Ihrer "Sehhilfe" lebenslänglich dankbar sein. Und wie schon beim Jupiter gilt: je größer die Optik, desto besser.

Wie Jupiter ist auch der Saturn ein Gasplanet, der hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Die Saturnkugel hat den rund 9-fachen der Erde. Die Ringe bestehen jedoch nicht aus Gas, sondern aus zahllosen Gesteins- und Eisbrocken, die den Planeten wie Satelliten umkreisen und durch ihre Menge diesen herrlichen Ring bilden.

Ganz aufmerksamen Beobachtern wird in der Nähe des Saturn ein "Sternchen" auffallen, das täglich seine Position ändert und in 14 Tagen den Planeten einmal umrundet. Dabei handelt es sich um Titan, den größten Saturnmond. Titan hat einen Durch-messer von rund 5000 Kilometer und ist der einzige Mond im Sonnensystem, der eine Atmosphäre hat. Diese Gashülle ermöglichte es im Januar 2005 die Sonde Huygens an einem Fallschirm auf Titan zu landen!

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Die Sonne - der Stern vor unserer Haustüre - am 13. April 2019

Die Sonne befindet sich derzeit in einem Aktivitätsminimum und große Sonnenflecken sind rar. Umso größer ist die Freude bei den Sonnenbeobachtern, wenn sich mal wieder ein größerer Fleck blicken läßt. Dieses schöne Exemplar verfolgte ich wegen bewölktem Himmel schon seit ein paar Tagen auf der Home-Page des Sonnenbeobachtungs-satelliten SDO. Am 13.4. riß die Bewölkung endlich auf und gab den Blick durch diesiges Gewölk frei auf den rund 35000 Kilometer großen Prachtfleck.

Im letzten Jahr ist die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was auch zu der Vorhersage gemäß dem Sonnen-fleckenzyklus passt. Demnach werden große Fleckengruppen in den nächsten zwei bis drei Jahren seltener zu sehen sein. Aber vor Überraschungen ist man bei der Sonne nie gefeit! Von daher bleibe ich auf jeden Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, "am Ball", um Ihnen diese hier zu zeigen.

Die Sonne ist der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand der Stern aus einer sich zusammenziehenden Wolke aus Gas und Staub. Ein Stern von schätzungsweise 200 Milliarden in unserer Heimatgalaxie war geboren. Mit der Sonne entstanden auch die Planeten.

Die Sonne ist zwar ein kleiner, durchschnittlicher Stern, dafür ist sie aber sehr konstant in ihrer Energieabstrahlung und mit einer Lebensdauer von rund 10 Milliarden Jahren erfüllt sie zwei wichtige Bedingungen für die Entstehung von Leben in ihrem System von Planeten und Monden.

Wie die meisten aller Sterne, erzeugt auch die Sonne ihre schier unermeßliche Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Dieser Prozeß läuft im Zentrum der Sonne bei einer Temperatur von etwa 15 Millionen Grad ab. An der Oberfläche der Gaskugel beträgt die Temperatur noch rund 5500 Grad Celsius. Wenn Magnetfelder den Wärmefluß zur Oberfläche in dem elektrisch geladenen Gas (Plasma) behindern, so macht sich dies durch Sonnenflecken bemerkbar. In ihren dunkelsten Bereichen liegt die Temperatur etwa 1500 Grad unter der der Umgebung. Diese Flecken können innerhalb von Stunden entstehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden, wohl aber auch über Wochen sichtbar bleiben.

Neben den, mit geeigneten Sonnenfiltern leicht zu beobachtenden Sonnenflecken, möchte ich Ihnen aber auch Fotos von sogenannten Protuberanzen zeigen. Diese über den Sonnenrand aufsteigenden Gasauswürfe sind nur mit Spezialfernrohren zu beobachten aber ungemein faszinierend.

 

    !!! Achtung: Nie ohne spezielle Sonnenfilter vor der Optik in die Sonne schauen - Erblindungsgefahr !!!

                                 Diese Filter erhalten Sie, auch für Ihre Optik, im Astro-Fachhandel.

Für noch viel mehr aktuelle Sonne, hier geht es zum Sonnenbeobachtungssatelliten Solar Dynamics Observatory  

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Detailaufnahme des Sonnenflecks vom 13. April 2019

Auf diesem Foto ist gut die "körnige" Struktur der den Fleck umgebenden Gasschicht zu sehen. Diese Struktur wird Granulation genannt. Sie wird durch die kurzlebigen, aus dem Sonneninneren aufsteigenden Gasblasen gebildet. Die einzelnen "Körnchen" haben eine Größe von 500 bis 1000 Kilometer.

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Detailaufnahme der letzten großen Sonnenfleckengruppe am 3. September 2017

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Bergsommer (Rejoice in the sun)

Eine spektakuläre Protuberanz stieg am 15. August 2016 über den Sonnenrand. Das elektrisch geladene Gas erreichte durch ein Magnetfeld eine Höhe von rund 230 000 Kilometer. Als Dreingabe gab es bei Sonnenuntergang noch die friedlich grasenden Jungkühe auf dem Blomberg, was uns wieder einmal zeigt, in welcher faszinierenden Welt wir leben und doch so wenig davon mitbekommen.

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Fotogener Sonnenrand am 9.5.2013

Einen besonderen Anblick bot der südwestliche Sonnenrand am 9. Mai. Zum einen ist auf den Fotos  noch die große Fleckengruppe vom 5.Mai zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie sie sich in nur vier Tagen verändert hat. Zudem wanderte die Fleckengruppe durch die Sonnendrehung näher an den südwestlichen Sonnenrand.

 

Die beiden oberen Aufnah- men zeigen unseren Tages- stern im Wasserstofflicht. Darauf ziert eine riesige  Sonnenprotuberanz den südwestlichen Sonnenrand. Sie dürfte eine Höhe von 100 000 km und eine Breite von fast 300 000 km erreicht haben.

Sonneneruption am 5.5.2013

Von 0 auf 100 000 Kilometer Höhe in nur einer Stunde!

 

Das entspricht etwa einer Geschwindigkeit von 28 km pro Sekunde, mit der Sonnenplasma (elektrisch geladenes Gas) durch Magnetfelder von der Sonne weggeschleudert wird. Wenn Sonnenplasma stark genug beschleunigt wird, verläßt es den Stern und fliegt in den interplanetaren Raum. Man spricht dabei von einem Koronalen Massenauswurf. Trifft so ein Massenauswurf auf die Erde, so kann dies zu Beeinträchtigungen in der Kommunikations- und Energietechnik führen und sogar in unseren Breiten können dann Polarlichter den Nachthimmel erleuchten.