Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

... und wo ist jetzt eigentlich dieses Schwarze Loch ?

Sicher haben Sie in den Medien das erste echte Bild eines sogenannten Schwarzen Lochs gesehen. Bisher gab es nur grafische Darstellungen dieser von Albert Einstein vorausgesagten Massekonzentrationen. Mit acht weltweit verteilten Radioteleskopen war es möglich, das Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 87 im Sternbild Jungfrau gleichzeitig zu untersuchen. Auf diese Weise wurde das dazu notwendige Auflösungsvermögen erreicht, um das mit optischen Teleskopen nicht erreichbare Objekt darzustellen. Wer mehr über Schwarze Löcher und den gesamten Ablauf dieses einzigartigen Unternehmens erfahren will, dem empfehle ich die Home-Page des Event Horizon Telescope.

 

Wir finden die Heimatgalaxie dieses sagenhaften Objektes im Sternbild Jungfrau, welches im Frühjahr abends im Südosten am Himmel steht. Da dieses Sternbild eines der schwächer ausgeprägten ist, bedienen wir uns des Löwen als Wegweiser. Sein Sternbild finden wir nach Ende der Abenddämmerung hoch am südlichen Himmel. Von seinem Endstern, Beta Leo, ist es nur ein Katzensprung nach links unten, zum nächsten, etwas helleren Stern Epsilon Virgo.

Und genau zwischen diesen beiden Sternen finden wir den Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau. Eine der vielen Galaxien die wir als Nebelfleckchen schon mit kleineren Teleskopen dort finden, ist die Galaxie Messier (M) 87.

 

Wer nun selbst bei klarem und dunklen Himmel mit dem Teleskop oder großem Fernglas auf die Pirsch nach M 87 gehen will, für den sind die hellen Galaxien M 86 und M 84 mit ihren schwächeren Nachbarn hilfreich, um M 87 zu identifizieren. Viel Erfolg bei der Suche !

Galaxie Messier (M) 87 im Amateurteleskop ++++++++++++++++++Das erste echte Bild eines Schwarzen Loches

Die Galaxie M 87 ist eine gigantische, annähernd kugelförmige Ansammlung von über einer Billion Sonnen, deren Abstand zum Zentrum hin immer enger wird. Im Zentrum dieser Riesengalaxie befindet sich ein Schwarzes Loch mit mehreren Milliarden Sonnenmassen. Diese unvorstellbare Massekonzentration erzeugt eine Schwerkraft, die alles was in seine Nähe kommt aufsaugt und auf Nimmerwiedersehen verschwinden läßt. Der Bereich an dem die Materie um das Schwarze Loch unsichtbar wird, nennt man den Ereignishorizont (daher der Name "Event Horizon Telescope"). Vor dem Sturz in so einen Gravitationsschlund wirbelt die Materie - ähnlich dem abfließenden Wasser in der Badewanne - um das Schwarze Loch und wird dabei fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Die dabei entstehende Reibung führt zur enormen Erhitzung der Materie, was zum Leuchten der sogenannten Akkretionsscheibe um das Schwarze Loch und zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung führt. Dies sind auch die Hauptindizien für ein Schwarzes Loch, da diese Schwerkraftmonster ja nicht einmal Licht entweichen lassen, somit immer unsichtbar bleiben und von daher auch ihren Namen haben. Von diesem Kraftpaket in M 87 wird auch der nach rechts oben austretende Materie-Jet verursacht. Dieser ist auf der Ansicht der Galaxie (links) etwa auf der "halbdrei Uhr" Position zu erkennen.

Dieses erste Bild eines Schwarzen Loches ist eine gigantische Beobachtungsleistung von über 200 internationalen Wissenschaftlern und Technikern, die sich dieser Aufgabe verschrieben hatten.

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Von den Zwillingen zum Krebs

Nach Einruch der Dunkelheit finden wir das markante Sternbild des Löwen in südlicher Richtung hoch am Himmel.. Rechts (westlich) davon, hat das Sternbild des Krebses seinen Platz im Tierkreis. Zum Auffinden dieses schwer zu erkennenden Sternbildes orientiert man sich an den beiden auffälligen Nachbarsternbildern Zwillinge und Löwe. Das Auffälligste im Krebs ist ein runder diffuser Lichtfleck. Dabei handelt es sich um eine lockere Ansammlung von Sternen, die in der Astronomie als Offener Sternhaufen bezeichnet werden.

Die Aufnahme unten, aufgenommen mit einem 300mm Teleobjektiv, zeigt den Messier (M) 44 genannten Sternhaufen

über dem helleren Stern Delta Cancri. Messier 44 ist rund 570 Lichtjahre von uns entfernt und ist ein schönes Objekt für die Beobachtung mit dem Fernglas.

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzten 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmassen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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