Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Mira - der wundersame Stern

Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Stern mit seinem seltsamen, ja wundersamen, Lichtwechsel entdeckt. Mira erreicht alle rund 330 Tage ihre maximale Helligkeit, bei der sie mit bloßem Auge sehr gut zu sehen ist. In der Zeit ihres Helligkeitminimums ist Mira nur noch im Teleskop zu sehen.

Mira ist ein roter Riesenstern mit einem mittleren Durchmesser von etwa 500 Millionen Kilometern. Wäre Mira am Ort der Sonne, befände sich die Erdbahn innerhalb des Sterns! Der Lichtwechsel, den wir heute beobachten, spielte sich bereits vor 300 Jahren ab, da sich der Stern in 300 Lichtjahren Entfernung befindet.

Derzeit steigt die Helligkeit wieder an und es ist zu erwarten, dass der Stern im Laufe der nächsten Wochen für das bloße Auge sichtbar wird! Leider befindet sich der Stern in einer an hellen Sternen armen Gegend im Sternbild Walfisch, aber mit dem hellen "Stierkopf" (inks oben auf dem Foto) als Wegweiser, kann man sich gut an den etwas helleren Sternen entlang zu der gekennzeichneten Position von Mira hangeln. Die Hangelpartie endet im rechten Winkel zu einem etwas helleren Stern über der Sternenreihe. Den Ausgangspunkt für unsere "Mission Mira", das unübersehbare Sternendreieck des "Stierkopfes" mit seinem hellen, rötlichen Stern Aldebaran darin, finden wir derzeit hoch am südöstlichen Abendhimmel.

Diese Weitwinkelaufnahme vom 22. November 2017, zeigt in der Mitte des Kreises den Stern Mira, mit dem bloßen Auge war er zu der Zeit allerdings noch nicht sichtbar.

Mira leuchtet auf

In dieser Bildfolge möchte ich Ihnen den Helligkeitsanstieg von Mira zeigen. Am 7.12. konnte ich Mira mit bloßem Auge zeitweise gerade so erkennen. Seien wir auf die weitere Entwicklung gespannt!

<< Neue Überschrift >>

Pegasus - das fliegende Pferd - Wegweiser am winterlichen Abendhimmel

Wenn man im Dezember und Januar in westlicher Richtung hoch zum Abendhimmel schaut, stößt man auf ein fast quadratisches Viereck, das von vier hellen Sternen gebildet wird. Dieses Quadrat bildet die Flügel und den Torso des Pegasus, dem fliegenden Pferd aus der griechischen Mythologie. Am rechten unteren Eckstern schließt sich nach rechts unten die Mähne und mit der folgenden Abwinkelung nach rechts oben, der Kopf an. Vom rechten oberen Eckstern erstreckt sich das Vorderbein nach rechts oben. Von uns aus gesehen, scheint Pegasus also auf dem Rücken zu fliegen.

Nun könnte man den linken oberen Eckstern des Quadrates als Ansatzpunkt der Hinterbeine deuten, aber das wäre verkehrt! Denn dann hätten wir kein Sternbild Andromeda! Und selbst der linke obere Eckstern gehört nicht mehr zum Pegasus, sondern er ist der hellste Stern des sich nach links oben anschließenden Sternbildes Andromeda.

Im Pegasus finden wir mit einem Fernglas den Stern 51 Pegasi, der im Jahre 1995 Astronomiegeschichte schrieb, als zwei Schweizer Astronomen bei dieser Sonne (in fünfzig Lichtjahren Entfernung) den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachwiesen.

Noch viel weiter entfernt als 51 Pegasi finden wir mit Hilfe des Pegasus zwei der nächsten Nachbarmilchstraßen im intergalaktischen Raum. Da ist zunächst einmal die schon mit dem bloßen Auge unter dunklem Himmel sichtbare Andromeda-Galaxie in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung, eine grandiose Spiralgalaxie. Desweiteren finden wir mit Hilfe eines Fernglases den kleinen, runden Lichtschimmer der etwa 3 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier (M) 33 unterhalb der Andromeda, im Sternbild Dreieck.

Zwei Sternenstädte in der unmittelbaren Nachbarschaft unserer Heimatgalaxie. Diese beiden mit einem 300 mm Objektiv aufgenommenen Galaxienfotos zeigen deutlich deren Größenunterschied. In 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung sehen wir den Lichtschimmer der Andromeda-Galaxie. Eine riesige Spiralgalaxie mit geschätzt 400 Milliarden Sonnen und einem Durchmesser von ca. 150 Millionen Lichtjahren, was etwa dem eineinhalb fachen Durchmesser unserer Milchstraße entspricht. Direkt schmächtig wirkt dagegen die Sternenspirale der Galaxie Messier 33 in rund 3 Millionen Lichtjahren Entfernung. Mit ihren etwa 50 000 Lichtjahren Durchmesser ist sie aber immer noch ein gewaltiges Sternsystem. Zierlicher sind dagegen zwei kleine Begleitgalaxien der Andromeda-Galaxie, die wir auf dem rechten Bild als neblige unscharfe Lichtflecken rechts oberhalb und unterhalb des Zentrums der Andromeda-Galaxie sehen. Ihre Sternenzahl übersteigt die Milliardengrenze allerdings auch. Unsere Milchstraße ist übrigens auch von Begleitgalaxien umgeben, deren bekanntesten die beiden Magellanschen Wolken am Nachthimmel der südlichen Hemisphäre sind.

<< Neue Überschrift >>

Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzten 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmaßen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

<< Neue Überschrift >>

<< Neue Überschrift >>