Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

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Ein Skorpion am Horizont

Das Sternbild Skorpion über dem Brauneck im Isarwinkel

Im Juni und Juli ist die beste Zeit, um abends das Sternbild und Tierkreiszeichen Skorpion aufzuspüren. Wichtig ist dabei ein freier Blick zum Südhorizont. Der Skorpion verrät sich einmal durch den hellen, rötlichen Stern Antares und den rechts von ihm befindlichen Sternenbogen, der die Zangen des Skorpions bildet. Der Stachel des Skorpions ist bei uns nur vom südlichen Deutschland aus, knapp über dem tiefen südlichen Horizont zu erkennen.

Der Stern Antares ist ein sogenannter roter Überriese, ein Stern mit dem rund 700-fachen Durchmesser unserer Sonne was knapp einer Milliarde Kilometern entspricht. Sein Licht erreicht uns nach einer Lichtlaufzeit von etwa 600 Jahren. Gleich rechts daneben stossen wir schon mit einem Fernglas auf den Kugelsternhaufen Messier (M) 4. Eine kugelförmige Ansammlung von vielen tausenden Sonnen die sich allerdings beträchtlich weiter in der Tiefe des Alls befinden, nämlich in rund 7000 Lichtjahren Entfernung.

Im Herzen des Skorpions

15 Minuten Belichtungszeit mit einem 135 mm Teleobjektiv zeigen was sich im Herzen des Skorpions für das bloße Auge verbirgt. Der rote Überriesenstern Antares beleuchtet ihn umgebende Staubmassen mit seinem rötlichen Licht, während das Licht von jungen Sternen von den interstellaren Staubwolken in ihrer blauen Farbe reflektiert wird. Werden solche Staubgebiete nicht von Sternen beleuchtet, dann verraten sie sich durch das Verdunkeln von dahinterliegenden Sternen, was auf dem Foto auch gut zu erkennen ist.

Der Kugelsternhaufen M 4 erscheint aufgrund seiner geringen Entfernung bereits bei dieser Brennweite gut aufgelöst. Den Bildabschluß am rechten Rand bilden vier der "Zangensterne" des Skorpions.

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Die Farben der Sterne

Was hier wie "viele bunte Smarties" aussieht, ist in Wirklichkeit eine Weitwinkelaufnahme der Sternbilder Herkules, Nördliche Krone und des Bärenhüters (von links nach rechts). Der große Unterschied ist, dass das

Objektiv absichtlich unscharf eingestellt war, um die Farben der Sterne zu zeigen. Aus diesen Farben läßt sich die Temperatur der äußersten Gasschichten ableiten. So steht die rote Färbung für eher kühle Sterne im Bereich um etwa 3000 bis 4000 Grad. Die gelblich-weißen für den Bereich bis etwa 7000 Grad und die blauen für Temperaturen bis in die zehntausende Grad.

Die hier abgebildeten drei Sternbilder sind aufgrund der unscharfen Darstellung sehr gut zu erkennen, da nur die hellsten Sterne bei diesem Verfahren dargestellt werden. Probieren Sie die drei Sternbilder selbst am Himmel zu finden. Als Ausgangspunkt dient uns Arkturus, der hellste Stern im Sternbild Bärenhüter (der "dickste" Stern rechts auf dem Foto). Wir finden ihn im Juni nach Einbruch der Dunkelheit hoch am Himmel in südlicher Richtung. Mich erinnert das Sternbild Bärenhüter immer an einen Papierdrachen. Gleich links daneben finden wir den schönen Sternenbogen der Nördlichen Krone. Die nächsten helleren Sterne weiter links, bilden dann bereits das Sternbild Herkules (was ihnen auch gut gelungen ist).

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzten 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmaßen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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