Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Kein Traum, sondern Wirklichkeit zu später Stund'

Jetzt ist die Zeit der kurzen Nächte und wir Sternfreunde müssen uns bis nach 23 Uhr gedulden, um den Sternenhimmel gut beobachten zu können. In Richtung Süden gedreht werfen wir unseren Blick fast senkrecht nach oben. Auf den ersten Blick zeigt sich dort nichts auffälliges, aber in westlicher Richtung (rechts) fällt uns ein heller rötlicher Stern auf und ebenso in östlicher Richtung (links) ein heller bläulich leuchtender.

Wir haben die Sterne Wega und Arkturus vor uns. Beide befinden sich in der Nachbarschaft zu unserer Sonne, Wega mit nur 25 Lichtjahren und Arkturus mit rund 37 Lichtjahren Entfernung.

Wega markiert als sein hellster Stern das kleine und markante Sternbild Leier, Arkturus ist der hellste Stern des weniger auffälligen Sternbildes Bärenhüter, das mich immer an einen Papierdrachen erinnert.

Zwischen diesen beiden Sternbildern zeigt sich neben der Nördlichen Krone auch das unauffällige Sternbild Herkules.

Das auffälligste am Herkules ist sein trapezförmiger Körper. Und genau dort, quasi an der rechten Achselhöhle, versteckt sich eines der schönsten Himmelsobjekte am irdischen Himmel. Der Kugelsternhaufen Messier (M) 13.

 

Kugelsternhaufen sind gewaltige kugelförmige Ansammlungen von abertausenden von Sternen in und in der nahen Umgebung von Galaxien. Der prachtvollste und hellste Kugelsternhaufen am nördlichen Sternenhimmel ist M 13 im Sternbild Herkules mit einem Durchmesser von etwa 150 Lichtjahren in rund 25 000 Lichtjahren Entfernung. Mit guten Augen und unter einem sehr dunklen Himmel ist M13 sogar mit dem bloßem Auge als diffuser Stern zu erkennen. Viel leichter ist es schon mit einem einfachen Fernglas, am besten jedoch mit einem Teleskop, das dann - je nach Durchmesser - einzelne Sterne im Randbereich dieses Kugelsternhaufens auflöst.

M 13 in einem kleinen Teleskop (links) und in einem großen Teleskop (rechts)

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Ein Skorpion über dem spätabendlichen Südhorizont

Der Juni und der Juli sind die besten Monate um das markante Tierkreissternbild des Skorpions aufzusuchen. Der auffällige Sternenbogen, der die Scheren des Skorpions bildet sowie der helle rötliche Stern Antares sind nicht zu übersehen und machen das Sternbild Skorpion zu einem der am leichtesten zu findenden Tierkreissternbilder.

Der hellste Stern des Skorpions, der rötliche Antares, ist wahrlich ein Prachtstück was Größe und Leuchtkraft betrifft.

Mit unvorstellbarer 65000-facher Sonnenleuchtkraft strahlt diese Gaskugel mit dem rund 700-fachen Durchmesser unserer Sonne, was rund einer Milliarde km entspricht.

Das Foto unten zeigt das Sternengebiet um den ca. 600 Lichtjahre entfernten Antares (links unten). Sein rötliches Licht wird von Staub in seiner Umgebung reflektiert. Junge und heiße Sterne darüber leuchten in einem blauen Licht, das wiederum von Staub in deren Umgebung reflektiert wird. Desweiteren zieren noch zwei kugelförmige Sternhaufen dieses Sternenfeld. Rechts unterhalb von Antares sehen wir den der Erde am nächsten stehenden Kugelsternhaufen

Messier (M) 4 in rund 7000 Lichtjahren Entfernung. Direkt rechts oberhalb von Antares finden wir, als diffusen "Stern", den Kugelsternhaufen NGC 6144. Er ist mit rund 28 000 Lichtjahren Entfernung deutlich tiefer im Raum als M4.

Richten Sie einmal Ihr Fernglas oder Teleskop in Richtung Antares, Messier 4 ist damit wunderbar zu sehen.

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Ein Großer Wagen mit einem noch größeren Bären

Wenn man zur Zeit nach Einbruch der Dunkelheit senkrecht zum Sternenhimmel blickt, dann fällt einem sofort die Sternenfigur des Großen Wagens ins Auge. Ob der Wagen dann auf dem Kopf steht oder so wie auf den beiden Bildern "normal" zu sehen ist, das hängt davon ab, ob Sie nach Norden oder nach Süden gedreht nach oben blicken.

Verständnishalber sehen Sie die beiden Bilder so als wenn Sie nach Süden gedreht senkrecht nach oben blicken und sich noch etwas weiter zurückbeugen. Die Sterne welche den Großen Wagen bilden, sind im Durchschnitt um die 80 Lichtjahre entfernt.

Die nicht zu übersehende Wagenfigur ist wohl das am weitesten bekannte Bild am Sternenhimmel, dabei ist es gar kein offizielles Sternbild. Wir haben hier nur einen kleinen aber den hellsten Teil des Sternbildes des Großen Bären, quasi sein "Endstück", vor uns. Man muß unter einem dunklen Himmel schon etwas genauer hinschauen, dann läßt er sich schon - wie hier im Unterholz - ausmachen, der Große Bär.

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzt 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von über 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmassen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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