Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Spätwinterliche Sternenpracht

Selbst nach vielen Jahren unter den Sternen, fasziniert mich der Anblick des Sternbildes Orion mit dem Sternbild Stier darüber immer wieder. Diese brillanten Himmelsbilder sind aufgrund ihrer hellen Sterne sehr leicht zu erkennen.

Richten Sie Ihren Blick an Märzabenden einfach zum westlichen Abendhimmel und sofort werden Ihnen drei hellere Sterne, im wahrsten Sinne des Wortes, in's Auge fallen, die fast gleich hell sind und in einer Linie stehen. Diese drei Sonnen bilden den Gürtel des Jägers Orion. Darunter sehen wir sein Schwert in dem sich der berühmte Orionnebel befindet.

Fast genauso leicht ist auch das Sternbild Stier zu finden.

Etwas rechts über dem Orion treffen wir auf den rötlichen Stern Aldebaran. Er bildet das rote Auge des Stiers. Die sich rechts an-schließende Sternengruppe bildet den Kopf und die bei-den helleren Sterne etwas weiter links daneben sind die Hornspitzen. Die Schulter des Stiers markiert der prächtige Sternhaufen des Siebengestirns.

 

Der Orionnebel - ein Ort, an dem alles beginnt.

Dieses Bild zeigt das "Schwert des Orion". Wir finden es unterhalb der drei "Gürtelsterne" im Sternbild Orion. Schon mit dem bloßen Auge läßt sich dort ein etwas neblig erscheinender Stern erkennen. In einem Fernglas wird daraus eine kleine neblige Wolke zwischen den Sternen des "Schwertes". In Fernrohren offenbart dieses Wölckchen seine Pracht. Wir schauen auf das der Erde am nächsten gelegene Sternentstehungsgebiet in 1300 Lichtjahren Entfernung. Eine mehrere Lichtjahre große Wolke aus ionisiertem Wasserstoffgas durchzogen von interstellarem Staub bildet dort die Grundlage für die Entstehung von Sternen und Sonnensystemen. Eine Sternenkrippe ähnlich der aus der unser Sonnensystem vor rund 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

Was passiert mit Beteigeuze?

Beteigeuze ist der linke Schulterstern des Sternbildes Orion (siehe oben). Dieser Stern ist ein sogenannter Roter Überriese in etwa 640 Lichtjahren Entfernung, dessen Durchmesser den tausendfachen der Sonne erreicht, das entspricht rund 1,4 Milliarden Kilometern. Würden wir Beteigeuze an den Platz unserer Sonne setzen, dann reichten seine äußersten Gasschichten bis fast zur Jupiterbahn hinaus! Dieser riesige Stern ist das Endstadium einer Sonne mit ca. zwanzigfacher Sonnenmasse. Sterne in dieser Größenordnung beenden ihre Existenz in einer gewaltigen Explosion, einer Supernova.

 

Seit Oktober 2019 wird nun bei Beteigeuze ein Rückgang seiner Helligkeit beobachtet, der seine gewöhnlichen Helligkeitsminima bei weitem übertrifft. Die Wissenschaft steht vor einem faszinierendem Rätsel. Was wird mit dem Stern geschehen, hat er nur ein außergewöhnlich tiefes Helligkeitsminimum, oder ist das Ende seiner Existenz vor rund 640 Jahren eingetreten und er wurde durch eine gewaltige Supernovaexplosion zerstört?

Sollte letzteres der Fall sein, dann könnten wir uns auf das großartige Schauspiel einer Supernova freuen, deren Helligkeit die des Vollmondes erreichen könnte und uns in der Nacht scharfkantige Schatten werfen ließe. Selbst am Tage wäre der Stern über Wochen am Himmel zu sehen. Warten wir es ab, faszinierend ist es in jedem Fall!

Das Neueste von Beteigeuze

Bilder: ESO

So wie es jetzt (Ende Februar 2020) aussieht, bleibt uns der herrliche rote Überriese Beteigeuze weiterhin erhalten, denn nach neuesten Beobachtungen sinkt seine Helligkeit nicht weiter ab. Am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste ist es gelungen, den Stern in hervorragender Detailwiedergabe abzubilden. Dies läßt eine Abdunkelung der unteren Hälfte des Sterns erkennen. Die gängiste Erklärung dafür ist, dass der Stern durch seine starken Sternwinde immer wieder Sternmaterie abbläßt, die schließlich als Staubwolken das Sternenlicht verdecken. Diese Wolken sind natürlich in Bewegung und so sollte Beteigeuze früher oder später wieder im alten Glanze leuchten. Behalten wir ihn im Auge!

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Senkrecht über uns - Castor und Pollux

Von Mitte März bis Anfang April finden wir gegen 20 Uhr senkrecht über uns zwei hellere Sterne. Diese beiden Sonnen - Castor und Pollux - sind die hellsten Sterne im Sternbild Zwillinge. Pollux (links) ist knapp 35 Lichtjahre entfernt und Castor (rechts) rund 52 Lichtjahre. All die Massen von schwachen Sternen auf diesem Foto sind für das bloße Auge nicht zu erkennen, nur die minutenlange Belichtungszeit bringt sie auf Fotografien zum Vorschein.

Sternbilder Zwillinge und Fuhrmann

Die Bewegung der Erde auf der Umlaufbahn um die Sonne führt zur Veränderung des Himmelsanblicks im Laufe der Zeit. Hatten wir im Februar gegen 20 Uhr noch den Stern Capella im Sternbild Fuhrmann senkrecht über, so sind es im März / April nun Castor und Pollux im Sternbild Zwillinge. Capella im Fuhrmann finden wir jetzt weiter westlich.

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzt 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von über 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmassen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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