Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Vom Mars in die Tiefen des Alls

Unser äußerer Nachbarplanet Mars regiert im November und Dezember die Nächte. Schon in der Abenddämmerung ist er hoch am südlichen Sternenhimmel aufzufinden. Und da er zur Zeit, neben dem Mond, das hellste Objekt am Abendhimmel ist, ist er mit seinem rötlichen Licht gewiss nicht zu übersehen. Zusammen mit dieser Weitwinkelaufnahme vom 9.11.20 soll uns der Mars als Ausgangsgestirn für unseren Ausflug in die Tiefe des Raumes dienen.

Mars befindet sich zur Zeit in rund 90 Millionen km Entfernung (zur Zeit seiner Erdnähe im Oktober waren es nur 62 Millionen km). Das entspricht momentan einer Lichtlaufzeit von ca. 5 Minuten.

 

Deutlich weiter ist da schon der mit dem bloßen Auge gerade nicht mehr sichtbare Planet Uranus (1) entfernt. Ihn trennen zur Zeit fast 2,9 Milliarden km bzw. 2,5 Lichtstunden von uns.

 

Die (2) bringt uns zum Sternhaufen der Hyaden mit dem hellen rötlichen Stern Aldebaran. Er bildet zusammen mit den Hyaden den Kopf des Sternbildes Stier. Die Sonne Aldebaran ist ca. 66 Lichtjahre von uns entfernt, die Sterne der Hyaden befinden sich dagegen über doppelt so weit im Hintergrund, nämlich etwa 150 Lichtjahre.

 

Das Sternbild Widder (3) läßt sich durch unseren "Guide" Mars ebenfalls leicht identifizieren. Sein hellster Stern Hamal hat annähernd die gleiche Entfernung wie Aldebaran im Stier (66 Lichtjahre).

 

Mit (4) ist der hübsche und auffällige Sternhaufen des Siebengestirns, auch Plejaden genannt, gekennzeichnet. Wegen der wagenähnlichen Form werden die Plejaden von manchen fälschlicher Weise für den Kleinen Wagen gehalten. Der Kleine Wagen "parkt" wo anders und die Plejaden würden maximal als Kinderwagen durchgehen. Die jungen bläulichen Sonnen des Siebengestirns senden ihr Licht aus rund 410 Lichtjahren Entfernung zu uns.

 

Den Schlußpunkt (5) unseres Ausfluges mit dem "Tour-Guide" Mars setzt der Stern Menkib im Sternbild Perseus in einer Distanz von ca. 1500 Lichtjahren.

 

Mit Cassiopeia zu den Nachbargalaxien

Für einen noch viel weiteren Ausflug in die Tiefen des Alls nehmen wir uns das Sternbild der Königin Cassiopeia - auch Himmels-W genannt - zur Hilfe.

Das Sternbild Cassiopeia finden wir an November- und Dezemberabenden fast senkrecht über uns. Ganz in der Nähe der Cassiopeia kann man unter einem klaren und dunklen Himmel einen Nebelfleck ausmachen. Richten wir ein Fernglas darauf, dann erkennen wir zwei Sternhaufen, die direkt nebeneinander liegen, ein herrlicher Anblick! Um die 8000 Lichtjahre trennen die bläulichen Sterne des Doppelsternhaufen h&Chi Persei von uns. Sämtliche Sterne die wir mit den bloßen Augen, im Fernglas und auch im Teleskop sehen, gehören zu unserer Sternenstadt, die wir Milchstraße nennen.

 

Der Doppelsternhaufen h&Chi Persei

Dank Cassiopeia ist es auch ein Leichtes ein Objekt zu finden, das nicht zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, gehört! Denn ein kosmischer Zufall will es, dass die markante Spitze von Cassiopeias Krone fast genau auf das weitest entfernte Objelt zeigt, das wir mit dem bloßen Auge überhaupt sehen können!

Es ist die Andromedagalaxie, auf die die Königin zeigt. Die große Nachbargalaxie unserer Milchstraße schickt das Licht von vielen Hundertmilliarden Sonnen aus rund 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung zu uns. Aufgrund dieser Entfernung ist auf diesen Fotos kein einziger Stern der Galaxie zu erkennen und ihr gewaltiger Durchmesser von fast 150 000 Lichtjahren erscheint am Himmel nur als kleines ovales Nebelfleckchen. Sämtliche Sterne auf den Bildern sind Sonnen im Vordergrund, in der Milchstraße! An diesen Sonnen schauen wir vorbei in den intergalaktischen Raum, wo wir dann auf die weiteren Sternenstädte in vielen Millionen und Milliarden Lichtjahren Entfernung treffen.

Die Galaxie Messier 33 (M33) **********************************Die Andromedagalaxie (Messier 31)

Wer M31, die Andromedagalaxie, gefunden und ein Fernglas bei sich hat, der sollte unbedingt die Andromedagalaxie damit inspizieren. Der ovale Lichtfleck der Galaxie ist damit natürlich viel deutlicher und größer als mit dem bloßen Auge zu sehen!

Und mit einem Fernglas steht auch der Entdeckung der benachbarten kleinen Galaxie Messier 33 (M 33) im Sternbild Dreieck nichts mehr im Wege. Mit der Übersichtsaufnahme oben sollte der Weg zu M33 entlang einer Sternenreihe leicht zu schaffen sein. Messier 33 ist deutlich kleiner und schwächer als die Andromedagalaxie und sie ist auch etwas weiter, nämlich an die 3 Millionen Lichtjahre, entfernt. Gute Reise und bleiben Sie gesund!

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzt 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von über 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmassen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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