Wackersberger Sternenhimmel
Wackersberger Sternenhimmel

Ein Großer Hund am Abendhimmel

Sternbild Großer Hund über den Isarwinkler Bergen

Beim Einsetzen der Abenddämmerung erscheint als erster "Stern" der das Sonnenlicht reflektierende, hell strahlende Planet Venus über dem nordwestlichen Horizont. Blickt man etwas weiter nach links, also nach Südwesten, dann stößt man auf einen weiteren, allerdings nicht ganz so hellen Stern mit dem Namen Sirius. Bei Sirius handelt es sich tatsächlich um einen Stern, also um eine selbstleuchtende Sonne. Sirius ist nicht nur der hellste Stern des markanten Sternbildes Großer Hund, er ist zudem auch der hellste aller Sterne am irdischen Himmel. Das ist aber nicht einer gewaltigen Leuchtkraft geschuldet, sonder seiner geringen Entfernung von nur acht Lichtjahren. Sirius ist einer der Nachbarsonnen unserer Sonne.

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Die Zwillinge beim Abendspaziergang mit dem Kleinen Hund

Nach wahrhaftig schlechten Wetterbedingungen in den letzten Monaten, keimt in uns Sternguckern langsam die Hoffnung, dass wir aus dem gröbsten Gewölk langsam herauskommen. So bietet sich jetzt die optimale Gelegenheit einmal das Sternbild Zwillinge und gleich dazu auch das Bild des Kleinen Hundes aufzusuchen. Und das geht ganz einfach: Bei genügend Dunkelheit abends erstmal Richtung Süden orientieren und dann senkrecht zum Himmel schauen. Dort finden wir dann, leicht nach rechts versetzt, zwei hellere Sterne. Der rechte der Beiden heißt Castor und der links daneben ist Pollux. Sie sind die beiden Hauptsterne der Zwillinge.

Zum Kleinen Hund ist dann auch nicht mehr weit. Dieses kleine Sternbild besteht eigentlich aus nur zwei mit dem bloßen Auge sichtbaren Sternen. Wir finden es am Himmel links unterhalb der Zwillinge, vor allem durch seinen hellsten Stern Prokyon, der sich nur 11 Lichtjahre von uns entfernt befindet.

Pollux und Castor sind weiter entfernt, Pollux leuchtet aus rund 34 Lichtjahren Entfernung, Castors Licht benötigt rund 52 Jahre, um in unser Auge zu fallen.

Was dem bloßen Auge verborgen bleibt, das zeigt die Aufnahme unten. Mehrere Minuten Belichtungszeit zeigen den Sternenreichtum um Castor und Pollux. Es versetzt einen immer wieder in großes Staunen, wenn man bedenkt, dass jedes noch so kleine Lichtpünktchen eine Sonne ist und die meisten von ihnen wahrscheinlich von Planeten umrundet werden!

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Faszination Milchstraße

In den Sommermonaten ist die beste Zeit um sich einmal unser kosmisches Zuhause am Abendhimmel etwas näher anzuschauen. Das Wichtigste ist dabei zu bedenken, dass jeder von diesen Sternen in Ihren Augen oder auf den folgenden Fotos eine SONNE ist! Viele davon sind größer und heller als unser Stern vor der Haustüre.

Um das Lichtband der Milchstraße optimal zu sehen, bedarf es eines dunklen, klaren Himmels. Also am besten draußen auf dem Land, weg von Gebäude-, Werbe-, Straßen- und sonstigen Beleuchtungen.

Unsere Milchstraße ist eine Sternenstadt, eine Galaxie. Sie ähnelt in ihrer Form einer Diskusscheibe, einer Scheibe bestehend aus geschätzten 200 Milliarden Sonnen mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren. Diese Diskusform läßt sich auch gut an anderen Galaxien erkennen, die wir am Himmel in der Seitenansicht beobachten. Das Lichtband an unserem Abendhimmel ist von unseren Breiten aus gesehen also nichts anderes als die Hälfte der diskusförmigen Sternenscheibe unserer Galaxie mit der Verdickung zum Zentrum hin, das in den Sommermonaten abends über dem Südhorizont steht. Diese Tatsache sollen die beiden folgenden Fotos veranschaulichen..

Könnten wir unsere Galaxie aus großer Distanz von außerhalb in der Aufsicht sehen, dann wären auch die sogenannten Spiralarme unserer Sternenstadt zu erkennen, die uns aber verborgen bleiben, da die Sonne mit unseren Planeten sich in der Scheibenebene befindet. Jahrhundertlange Beobachtungen und Messungen führen aber zu der Annahme, dass die Außenansicht unserer Heimatgalaxie etwa der der herrlichen Galaxie auf dem Bild unten ähnelt. Der Pfeil zeigt die Lage des Sonnensystems in der Milchstraße, etwa 26 000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt in einem der Spiralarme.

Ein wahrhaft großartiges Gebilde!

Eine fotografische Tour durch die Milchstraße

Mit den folgenden Fotos möchte ich Sie zu einem fotografischen Ausflug entlang der Milchstraße einladen. Wir starten am Zentrum der Milchstraße über dem Südhorizont und wandern langsam in Richtung Zenit (Überkopfpunkt).

Das Zentrum unserer Sternenstadt

Wir beginnen unsere fotografische Reise in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie, das wir in den Sommermonaten tief über dem Südhorizont finden. Auf dem obigen Foto ist am rechten Bildrand der Gipfel des Braunecks zu sehen. In der hellen Sternenwolke befindet sich in rund 26 000 Lichtjahren Entfernung, hinter Sternen und Staub, das Zentrum der Galaxis in Form eines Schwarzen Loches mit etwa 4 Millionen Sonnenmaßen. Oberhalb davon ist gut der "Lagunennebel" als kleine, rötlich-blaue Wolke zu sehen - ein Sternentstehungsgebiet in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung.

Sterne, Staub und Gas

Etwas weiter oben stoßen wir auf weitere zwei rötlich leuchtende Gaswolken aus ionisiertem Wasserstoff, welche auf Sternentstehungsgebiete hinweisen. In solchen Wolken wird Wasserstoffgas durch die extreme UV-Strahlung von darin entstandenen, jungen Sternen zum Leuchten angeregt. Vor der riesigen Anzahl von Sternen heben sich immer wieder sogenannte Dunkelwolken ab, Wolken aus Staub, die das Licht von dahinter liegenden Sternen verdecken. Die Sternentstehungsgebiete lassen sich übrigens leicht mit einem Fernglas erkennen.

Sterne, Sterne, Sterne

Dieses Foto zeigt die helle Sternenwolke im Sternbild Schild, umgeben von kosmischen Staubwolken. Links oberhalb der Bildmitte finden wir den Sternhaufen Messier 11, auch Wildentenhaufen genannt, in ca. 6000 Lichtjahren Entfernung. Ein herrliches Objekt auch für kleine Teleskope!

Sterne nah und fern

Einer der näheren Nachbarsterne unserer Sonne ist Altair, der hellste Stern im Sternbild Adler. Nur 17 Lichtjahre trennen diese Sonne von unserem Zentralgestirn. Der hellste Stern rechts darunter ist schon 33 Lichtjahre tiefer im Raum angesiedelt.

Ein Schwan im Sternenmeer

Das Sternbild Schwan, auch das Kreuz des Nordens genannt, steht im Sommer bei Einbruch der Dunkelheit senkrecht über unseren Köpfen. Deneb, ein blauer Riesenstern leuchtet aus einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren und bildet den Schwanz der Schwans. Albireo, im Teleskop als herrlicher, farbiger Doppelstern zu sehen, bildet den Kopf des Schwans in rund 390 Lichtjahren Entfernung. Die beiden Sterne, links oben und unten rechts von der Bildmitte, bilden die inneren Flügelsterne. Das Sternbild ist von vielen rötlich schimmernden Gaswolken durchzogen, die wiederum auf Sternentstehungsgebiete hinweisen.

Ein Blick über unseren Stadtrand hinaus zur Nachbar-Sternenstadt

In dieser Weitwinkelaufnahme sehen wir einen Teil der "Sternen-Diskusscheibe",die unsere Galaxis bildet. Die Sterne rechts der Scheibe stehen über uns, die Sterne links davon befinden sich unterhalb unseres Sonnensystems in dieser Sternenscheibe, wenn man so will. Die nächstgelegene Sternenstadt am Nordhimmel finden wir abends im Nordosten als milchigen, ovalen Lichtschimmer. Es ist das 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Leuchten von etwa 400 Milliarden Sonnen, welche die Andromeda-Galaxie bilden. Auf dem Foto sehen wir sie als ovales Nebelfleckchen am linken, oberen Bildrand.

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